27 Juli 2021 | Politik

Süd- und Nordkorea öffnen wieder Kommunikationskanäle

Lange Zeit herrschte Funkstille zwischen Süd- und Nordkorea. Jetzt gibt es wieder deutliche Zeichen für eine Annäherung. Was lange geheim blieb: Schon seit April wechseln die Anführer beider Seiten Briefe aus.

Seoul (dpa) - Bei ihren Bemühungen um eine Wiederannäherung haben Süd- und Nordkorea einen wichtigen Schritt nach vorne gemacht. Nach monatelanger Unterbrechung stellten beide Länder überraschend ihre offiziellen Kommunikationsverbindungen am Dienstag wieder her, dem 68. Jahrestag der Unterzeichnung des Waffenstillstandsvertrags zur Beendigung des Korea-Kriegs (1950-53). Den Schritt verkündeten beide Seiten getrennt voneinander. Die Einigung ging demnach auf einen lange geheim gehaltenen Briefwechsel zwischen dem südkoreanischen Präsidenten Moon Jae In und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un zurück.

Ziel des Austauschs zwischen Moon und Kim seit April sei es gewesen, gegenseitiges Vertrauen wiederzugewinnen und die Beziehungen voranzubringen, hieß es der Mitteilung des Präsidialamts in Seoul. Die Öffnung der Kommunikationsleitungen sei ein Schritt dahin. Eine Diskussion über ein neues Gipfeltreffen von Angesicht zu Angesicht gab es demnach nicht. Beobachter in Südkorea gehen allerdings davon aus, dass Moon vor dem Ende seiner Amtszeit im nächsten Jahr Kim noch einmal treffen will.

Das weithin abgeschottete Nordkorea hatte im Juni des vergangenen Jahres einseitig alle Kommunikationskanäle zwischen den Regierungen und den Militärs beider Länder gekappt. Auch die Hotline zwischen dem Präsidialamt in Seoul und dem Büro des nordkoreanischen Machthabers war betroffen. Die Regierung in Pjöngjang sah die Würde des Machthabers durch kritische Flugblattaktionen aus Südkorea verletzt. Nordkoreanische Flüchtlinge hatten regelmäßig riesige Heißluftballons über die Grenze geschickt. In den Flugblättern riefen sie zum Sturz der autokratischen Führung in Pjöngjang auf.

Nordkorea hatte Seoul vorgeworfen, nichts gegen die Aktionen zu unternehmen. Später sprengte Nordkorea auch ein gemeinsames Verbindungsbüro in der Grenzstadt Kaesong. Im April 2018 hatten Moon und Kim im Grenzort Panmunjon bei ihrem ersten von drei Gipfeln versprochen, sich regelmäßig zu treffen und sich über ihre Hotline anzurufen.

Alle Koreaner wünschten sich, dass sich die bilateralen Beziehungen wieder von den Rückschlägen „so früh wie möglich" erholten, hieß es am Dienstag in den nordkoreanischen Staatsmedien. Die obersten Anführer hätten sich darauf geeinigt, durch „die Wiederherstellung der getrennten innerkoreanischen Kommunikationsverbindungslinien" das gegenseitige Vertrauen wiederherzustellen und die Aussöhnung zu fördern. Beobachter gehen davon aus, dass Nordkorea mit der Wiederannäherung an das Nachbarland auch den Weg zu möglichen Hilfen ebnen könne. Das Land hatte zuletzt Probleme bei der Versorgung der Menschen im Land eingestanden.

„Südkorea wollte einen innerkoreanischen Gipfel in diesem Jahr, um den Dialog und die Zusammenarbeit wiederaufzunehmen", sagt der südkoreanische Experte Cheong Seong Chang vom privaten Sejong-Institut. Er denke, dass es zu einem weiteren Treffen zwischen Moon und Kim kommen werde.

Mit der Wiederherstellung der Kommunikationsverbindungen habe Nordkorea auch die Bemühungen der südkoreanischen Regierung gewürdigt, auf die Nordkorea-Politik der US-Regierung von Präsident Joe Biden einzuwirken und sie „softer" (auf Deutsch: „weicher") zu machen. Für die Wiederaufnahme des Dialogs zwischen Pjöngjang und Washington gebe es aber nach wie vor „eine Reihe von Hindernissen".

Nordkorea ist wegen seines Atomwaffenprogramms international isoliert. Die Verhandlungen zwischen Nordkorea und den USA kommen seit dem gescheiterten Gipfel Kims mit dem früheren US-Präsidenten Donald Trump im Februar 2019 in Vietnam nicht mehr voran. Unter dem Stillstand litten auch die innerkoreanischen Beziehungen. Die USA boten Nordkorea zuletzt bedingungslos Gespräche an. Beobachter gehen aber davon aus, dass Nordkorea zunächst konkrete Vorschläge von Washington erwartet.

Gleiche Nachricht

 

Swakopmunder IPC-Stadträtin suspendiert

vor 1 tag - 22 Oktober 2021 | Politik

Von Toivo Ndjebela und Katharina Moser, Windhoek Wie der Radiosender Eagle FM berichtete, hat die Partei Independent Patriots for Change (IPC) ein weiteres Stadtratsmitglied suspendiert....

Verweis für LPM-Duo

vor 1 tag - 22 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (bw) – Trotz einiger Einwände der Opposition hat die Nationalversammlung mit der SWAPO-Mehrheit den Bericht über das ungebührliche Betragen von zwei LPM-Abgeordneten verbschiedet. Somit...

Geingob soll eine Villa in Portugal haben

vor 1 tag - 22 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (Nampa/km) - Präsident Hage Geingob hat die Behauptung von Professor Joseph Diescho zurückgewiesen, dass er eine Villa in Portugal besitze. „Jemand sagt, ich habe...

Zahlreiche Schwangerschaften unter Schülerinnen

vor 1 tag - 22 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (jms/km) - Während der Anhörungen im Parlament zur Reform des Abtreibungsgesetzes hat das Bildungsministerium mitgeteilt, dass nach der Wiedereröffnung der Schulen im August 2020...

Farmer entlastet durch Verzicht auf Bodensteuer

vor 1 tag - 22 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (bw) – Farmern wird die Bodensteuer für das Haushaltsjahr 2019/2020 erlassen. Die Nationalversammlung hat einem dementsprechenden Antrag von Landwirtschaftsminister Schlettwein zugestimmt.Schlettwein sagte, die sozio-ökonomischen...

Gesetz für Zugang zu Information an Ausschuß verwiesen

vor 1 tag - 22 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (bw) – Der Gesetzentwurf, der Bürgern den Zugang zu Informationen von staatlichen Instanzen und dem Privatsektor erleichtern soll, wurde nicht verabschiedet. Stattdessen ist der...

Parteien brechen das Gesetz

vor 2 tagen - 21 Oktober 2021 | Politik

Von Katharina Moser, WindhoekIn ihrem jüngsten regelmäßig erscheinenden Bericht zur namibischen Demokratie hat das Institut für Öffentliche Politforschung scharfe Kritik an der finanziellen Transparenz der...

Gesundheitsministerium fordert Legalisierung der Abtreibung

vor 3 tagen - 20 Oktober 2021 | Politik

Von Jana-Mari Smith und Katharina Moser, Windhoek Das namibische Gesundheitsministerium drängt die Regierung, sichere Abtreibungen in Namibia zu legalisieren. Dies ist das Ergebnis des zweiten...

Ampel-Parteien rüsten sich für Koalitionsverhandlungen

vor 4 tagen - 19 Oktober 2021 | Politik

Berlin (dpa) - Nach der Zustimmung ihrer Parteigremien bereiten sich SPD, Grüne und FDP auf den Beginn von Koalitionsverhandlungen vor. Die Gespräche könnten noch in...

Anhörungen zum Abtreibungsgesetz im Parlament

vor 4 tagen - 19 Oktober 2021 | Politik

Windhoek (jms/km) - Gestern haben die historischen Anhörungen zum namibischen Abtreibungsgesetz im Parlament begonnen. Verfechter der Kampagne, die die Legalisierung der Abtreibung fordern, plädierten vor...