10 September 2020 | Wirtschaft

Schwenk sucht neuen Investoren

Nach geplatzter Übernahme: Zementwerkt steht weiter zum Verkauf

Die Schwenk-Gruppe ist weiterhin fest entschlossen, sich aus Namibia zurückzuziehen: Nachdem der milliardenschwere Deal mit einem chinesischen Investoren geplatzt ist, startet nun erneut die Suche nach geeigneten Kaufinteressenten für die gerade mal zehn Jahre alte Ohorongo-Zementfabrik.

Von Clemens von Alten, Windhoek/Ulm

Das Unternehmen Schwenk Zement International lässt sich von der ersten Abfuhr der Wettbewerbsbehörde (Namibian Competition Commission, NaCC) nicht beirren. Die Baustoffgruppe will nach wie vor ihr Kerngeschäft mit Zement, Beton und Zuschlagstoffen in Europa konzentrieren, und somit steht das hiesige Tochterunternehmen Schwenk Namibia - und damit eine Mehrheitsbeteiligung an der Ohorongo-Fabrik - weiterhin zum Verkauf.

„Wir haben unser Entwicklungsziel erfüllt und abgeschlossen, indem wir ein modernes Zementwerk errichtet und dabei Fachwissen übertragen haben“, erklärte das Mutterunternehmen am Montag schriftlich in Ulm. „Gleichzeitig haben wir kleine und mittlere Unternehmen unterstützt und auf innovative Bereiche wie erneuerbare Energie gesetzt, was der staatlichen ‚Growth at Home‘-Strategie entspricht.“ Doch angesichts der europäisch-fokussierten Strategie bleibt Schwenk Zement International dabei: Die namibischen Vermögenswerte werden veräußert.

Allerdings gebe es gewissen Auflagen: „Kaufinteressenten sollten finanziell in der Lage sein, sich nicht nur die Übernahme leisten zu können, sondern das Unternehmen auch weiterzuentwickeln“, lautet eine der Bedingungen. „Außerdem ist ein tiefgreifendes Verständnis für das Zementgeschäft notwendig.“ Ferner sei es der Schwenk-Gruppe wichtig, den künftigen Besitzer des Ohorongo-Zementwerks für die namibische „Growth at Home“-Strategie begeistern zu können, damit die hiesige Entwicklung nicht zu kurz kommt. „Ganz egal, wann ein geeigneter Investor gefunden wird, bleibt es weiterhin unser Ziel, den hiesigen Betrieb so zu optimieren, dass wir konkurrenzfähig und zuverlässig sind“, versicherte Schwenk.

Die Wettbewerbsbehörde hatte Anfang vergangenen Monats mitgeteilt, dass sie die geplante Übernahme des Ohorongo-Zementwerks nicht gestattet. Demnach gibt es angeblich eine Verbindung zwischen dem damaligen Kaufinteressenten, West China Cement, und dem aktuellen Ohorongo-Konkurrenten Whale Rock Cement, der unter dem Namen Cheetah Cement auftritt. „Im Falle einer Übernahme würde diese Verbindung die Wahrscheinlichkeit steigern, dass sich die beiden Unternehmen koordinieren oder sogar heimlich absprechen, gerade wenn es um vertrauliche Firmeninformationen geht“, hatte die Aufsichtsbehörde erklärt. Das Risiko einer marktbeherrschenden Stellung sei zu groß, hieß es. Ohorongo-Geschäftsführer Hans-Wilhelm Schütte hatte die Entscheidung der NaCC als „unerwartet“ bezeichnet, zumal er unter dem Eindruck gestanden hatte, dass es keine Bedenken geben würde (AZ berichtete).

Das Ohorongo-Zementwerk nahe Otavi wurde Ende 2010 in Betrieb genommen. Die Fabrik entspricht laut Angaben des Unternehmens einer Gesamtinvestition von inzwischen drei Milliarden Namibia-Dollar. Die aktuelle Produktionskapazität belaufe sich auf über eine Million Tonnen Zement pro Jahr. Zu den Teilhabern gehören neben Schwenk Namibia (mit 70% der Anteile) auch die Industrial Development Corporation of South Africa (14%), die Development Bank of Namibia (11%) und die Development Bank of Southern Africa (4%). West China Cement teilte zu Beginn dieses Jahres mit, einen Kaufvertrag mit Schwenk unterzeichnet zu haben.

Das einzige andere Zementwerk in Namibia ist die vor rund zwei Jahren bei Otjiwarongo errichtete Cheetah-Fabrik der Firma Whale Rock Cement, ein Joint-Venture mit chinesischen Investoren. Jährlich produzieren beide Unternehmen zusammen bis zu 2,5 Millionen Tonnen Zement. Die hiesige Nachfrage belaufe sich zurzeit auf eine halbe Million Tonnen, erklärte Schütte kürzlich.

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