08 Juni 2021 | Meinung & Kommentare

Schwacher Verhandlungspartner

Die Kommunalvertreter der OvaHerero Traditional Authority (OTA) und der Nama Traditional Leaders‘ Association (NTLA) behaupten die einzigen Vertreter ihrer jeweiligen Volksgruppen zu sein. Die Rechnung geht nicht auf, wenn man die Resultate der vergangenen Lokal- und Regionalwahlen in Acht nimmt. Denn letztendlich haben beide, Herero sowie Nama nicht 100% der Stimmen in ihren traditionellen Stammgebieten auf sich vereinigen können.

Man muss dem Vize-Präsidenten Nangolo Mbumba wohl teilweise Glauben schenken, wenn dieser behauptet, dass es ein „Chiefs-Forum“ gegeben hat, dass dem Vize-Präsidenten sowie dem Sonderbeauftragten für die Genozid-Verhandlungen, Dr. Zed Ngavirue, in beratender Funktion zur Seite gestanden hat. Ob diese die Mehrzahl der betroffenen Bevölkerungsgruppen vertritt, das sei dahingestellt, doch hatte der Staat erstens seit Jahren allen Volksvertretern der Opfergruppen die Teilnahme an diesem Forum angeboten und zweitens hatte er sich auf diese Gruppe als Vertreter versteift.

Nun hatte die namibische Regierung letztendlich die Verhandlung gemeinsam mit Deutschland als abgeschlossen erklärt. Dieser Entschluss wurde am 17. Mai bekannt - zumindest in Deutschland und darum über Umwege auch hier. Die Reaktion der OTA und NTLA war zu erwarten, das dürfte keine der beiden Regierungen überrascht haben.

Von daher entspricht die Twitter-Botschaft des deutschen Unterhändlers Ruprecht Polenz, dass er die Verhandlungen als abgehandelt ansieht, nicht nur den Tatsachen, sondern steht er zu dem Entschluss. In ähnlicher Art steht Ngavirue zu diesem Abkommen. Er bemerkt korrekt, dass ihm die Herero anfangs sogar zu seiner Ernennung als Chef-Unterhändler gratuliert hatten. Er sei eine exzellente Wahl!

Nur die namibische Regierung entpuppt sich als Angstbeißer: 15 Tage nach der Ankündigung stellt sie als Unterzeichner des Abkommens fest, dass der Wiedergutmachungsbetrag eventuell zu niedrig ausgefallen sei. Ja, und an wem lag das denn wohl?

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