29 November 2010 | Afrika

Schuldenkrise bremst die Börsen

Die Antwort auf diese Frage lautet: steigende Risikoaversion internationaler Anleger. Zuletzt ist wegen der Niedrigzinspolitik in den USA sowie asiatischem Konjunkturoptimismus viel Geld an die südafrikanischen Märkte geflossen. Vieles hiervon sind kurzfristige Anlagen, so genanntes ,,hot money", das auch sehr schnell abgezogen werden kann. Da internationale Investoren nun `mal ein notorisch nervöses Völkchen sind, reagieren sie auf politische sowie wirtschaftliche Unsicherheiten oftmals programmatisch mit einer ,,Flucht in Sicherheit". Raus aus volatileren, aber auch rentableren Anlageklassen wie Schwellenmarktaktien, rein in vermeintlich ,,sichere Häfen" wie US-Staatsanleihen (dabei spielt es im ersten Moment auch gar keine Rolle, dass hier fast gar keine Renditen zu holen sind; es geht in erster Linie um Kapitalerhaltung). Ein wichtiger Indikator für die Risikoaversion des internationalen Kapitals ist derzeit der Euro/Dollar-Kurs. So bewirkt eine Umschichtung von Kapital in Richtung USA einen festeren Dollar-Kurs. Dadurch fällt der Euro und mit ihm fallen Währungen, die eine enge Handelsbindung an den Euro-Raum haben. Dazu gehören Rand und Namibia-Dollar. Die weiter schwelende Schuldenkrise in Europa hat den Euro am Freitag zeitweise unter die Marke von 1,32 US- Dollar gedrückt. Mit 1,3199 Dollar kostete er so wenig wie zuletzt am 21. September. Der Rand fiel erstmals seit vielen Monaten auf einen Kurs von 7,15 zum Greenback zurück. ,,Der entscheidende Belastungsfaktor für den Euro bleibt, dass man in Europa die Schuldenkrise trotz des Hilfspakets für Irland nicht wirklich in den Griff bekommt", meinen Devisenexperten.
Im Zuge der gestiegenen Risikoaversion ist der Leitindex der Johannesburger Börse zuletzt auf rund 31000 Punkte zurückgegangen, nachdem er noch zum Wochenbeginn in unmittelbare Reichweite des Allzeithochs des Jahres 2008 gerückt war. Finanz- und Rohstoffwerte standen am Freitag besonders unter Druck. ,,Die Korea-Krise und das Euro-Debakel haben viele Anleger dazu veranlasst, sicherheitshalber Gewinne zu nehmen. Wir gehen davon aus, dass die Situation in Korea nicht eskaliert und sie daher auch keine weiteren Konsequenzen für die Märkte haben wird. Das Problem in der Eurozone ist weitaus gravierender und könnte noch einige Zeit die Börsen belasten. Insgesamt werden wir sicherlich ein hohes Maß an Volatilität erleben. Sorgen und Erleichterung werden sich ablösen und Schwankungen am Markt verursachen. Sollte sich ein wirklicher Durchbruch in Europa abzeichnen, dürften die Börsen weiter zulegen. Die Konjunkturdaten weltweit zeigen einen positiven Trend. Die Weltwirtschaft ist am Genesen und es gibt keine Anzeichen dafür, dass die asiatischen Wachstumsmärkte in absehbarer Zeit schwächeln werden", so die Einschätzung eines lokalen Analysten.
Die wichtigsten US-Aktienindizes sind am Freitag nach der feiertagsbedingten Pause am Vortag mit Verlusten aus dem verkürzten Handel gegangen. Belastend wirkten vor allem neue Spekulationen rund um die Schuldenkrise in der Eurozone, die dort die Aktienmärkte bereits auf Talfahrt geschickt hatten. Nach Irland soll einem Pressebericht zufolge nun auch Portugal unter den Rettungsschirm von EU und IWF für finanzschwache Euro-Staaten gedrängt werden. Für Zurückhaltung sorgen laut Börsianern zudem mögliche weitere Zinserhöhungen in China sowie Konfliktpotenzial auf der koreanischen Halbinsel, wo am Wochenende ein Seemanöver Südkoreas mit den USA stattfindet. Hierüber zeigte sich China verärgert. Der DowJones Industrial verlor 0,85 Prozent auf 11 092 Punkte. Auf Wochensicht büßte der Index knapp ein Prozent ein (dpa).

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