16 Januar 2020 | Bildung

Schulbeginn verläuft chaotisch

Hunderte Kinder werden aus Platzmangel abgewiesen – Krisenverwaltung beginnt

Wie in den Vorjahren hat der erste Schultag auch gestern für zahlreiche Eltern bzw. deren Kindern enttäuschend begonnen, die keinen Platz an den überfüllten Bildungsstätten erlangen konnten. Am schlimmsten betroffenen ist die Khomas-Region, wo hunderte Schüler noch auf eine Zulassung warten.

Von Marc Springer

Windhoek

Es hat sich bereits 2019 abgezeichnet, dass wir auch in diesem Jahr wieder zahlreiche Kinder nicht würden absorbieren können“, sagte der zuständige Vizedirektor des Erziehungsministeriums, Paulus Levine, gestern auf Anfrage der AZ. Schließlich hätten bereits im Dezember 200 Erstklässler und 600 Schüler der achten Klasse vertröstet werden müssen, obwohl sie bzw. ihre Eltern sich frühzeitig um Aufnahme an einer der Staatsschulen beworben hätten, die zu diesem Zeitpunkt bereits an ihre Kapazitätsgrenzen gelangt seien.

Die Zahlen würden jedoch gewiss noch deutlich steigen, weil viele Schüler und Eltern erst zum gestrigen Schulbeginn „unangemeldet aufgetaucht“ seien und nun ebenfalls noch auf einen Platz warten würden. Diese „Nachzügler“ müssten sich jedoch gedulden, bis die etwa 800 Kinder an eine Schule vermittelt worden seien, die sich bereits im vergangenen Jahr beworben hätten.

Dieser Vorgang werde am Freitag beginnen, sobald klar sei, wie viele Kinder noch nicht „untergebracht“ worden seien und welche Schulen sie eventuell noch aufnehmen könnten. Er sei jedoch zuversichtlich, dass alle Kinder „irgendwie integriert“ werden könnten, auch wenn dies bedeute, dass die akademisch ratsame Mindestanzahl Kinder pro Klasse „leider überschritten“ werden müsse.

„Es ist kaum vorherzusagen, wie viele Kinder in einem jeweiligen Jahr eingeschult bzw. von der Grundschule in die achte Klasse einer Oberschule wechseln werden, weil nach wie vor viele Menschen auf der Suche nach Arbeit in die Khomas-Region ziehen und sich hier vor allem in Windhoek niederlassen“, sagte Levine. Den daraus entstandenen Zusatzbedarf an Schulplätzen könne das Ministerium kaum kurzfristig befriedigen, weil es für den Bau neuer Klassenzimmer an Geld mangele und langwierige Baugenehmigungen erforderlich seien. Deshalb habe sich z.B. der seit langem geplante Bau der Oberschule Havanna verzögert, die auf einem Grundstück der Stadt Windhoek entstehen solle, auf der über 4000 Kinder in Zelten unterrichtet werden müssten, die an drei nahegelegenen Schulen keinen Platz mehr gefunden hätten.

Derzeit würden auf dem Gelände erst 45 Zelte stehen in denen etwa 2000 Kindern im „Schichtsystem“ jeweils morgens und mittags unterrichtet werden könnten. Die verbleibenden 2000 Kinder, die aus den Schulen Abraham Iyambo und Monte Christo an die noch zu errichtende Bildungsstätte in Havanna „ausgelagert“ wurden, müssten indes noch auf den Unterrichtsbeginn warten, bis weitere Zelte und zusätzliche Schultische und –stühle eingetroffen seien.

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