31 Mai 2019 | Gesundheit

Schluss mit der Tabuisierung

Menstruation: Jede zehnte Schülerin verpasst regelmäßig Unterricht

Wie auch in anderen afrikanischen Ländern sind Menstruation und gynäkologische Gesundheit ein absolutes Tabuthema, was schwerwiegende Folgen hat. Abgesehen von allgemeiner Stigmatisierung versäumen viele Schülerinnen in Namibia regelmäßig den Unterricht, weil sie ihre Periode haben.

Von Nampa und Clemens von Alten

Windhoek/Rundu

Vor allem die männliche Bevölkerung wurde am Dienstag von der Staatssekretärin des Bildungsministeriums, Sanet Steenkamp, aufgerufen, der Tabuisierung rund um die Menstruation ein Ende zu setzen. Anlass war der sogenannte Menstruationshygienetag, der jedes Jahr am 28. Mai stattfindet und weltweit – aber vor allem in Entwicklungsländern – über gynäkologische Gesundheit aufklären soll. In Namibia wurde der Tag in Rundu in der Kavango-Ost-Region begangen.

Ein großes Hindernis ist der Zugang zu entsprechenden Sanitärprodukten. „Aufgrund mangelnder Hygieneartikel verpasst eine von zehn Schülerinnen jeden Monat den Unterricht – oder sie brechen die Schule komplett ab“, sagte die Gouverneurin der Khomas-Region, Laura McLeod-Katjirua, und betonte damit die weitreichenden Folgen für die Bildung und Entwicklung junger Namibierinnen. Eine bessere Monatshygiene und ein leichterer Zugang zu Sanitärprodukten führen in ihren Augen nicht nur zu besseren schulischen Leistungen sondern auch zu weniger Schwangerschaften, Geschlechtskrankheiten und Stigmatisierung.

In dieser Hinsicht spielen männliche Familienmitglieder eine entscheidende Rolle, sagte Steenkamp: „Feiern wir die Weiblichkeit unserer Mädchen und die Großväter, Onkel und Brüder brauchen sich vor den Hygieneartikeln nicht sträuben“, appellierte die Staatssekretärin an die Gemeinden. „So beginnen wir, das Tabu niederzureißen, indem wir die Sanitärprodukte anfassen und sie in den Einkaufskorb legen.“ Menstruation sei normal und der Zyklus sollte nicht als ein „unsauberes Ereignis“ betrachtet werden, über den man nicht spricht, ergänzte die Khomas-Gouverneurin.

Der Staatssekretärin zufolge reicht die Stigmatisierung allerdings weit über das Schulalter hinaus. Namibischen Frauen sei es in „manchen Haushalten“ nicht gestattet, während ihrer Monatsblutung in demselben Bett wie ihr Ehemann oder fester Freund zu schlafen. Daher sei es auch ein Ziel des Welttags gynäkologischer Gesundheit, eine „Kultur der Fürsorge und Unterstützung“ in der Gesellschaft zu verbreiten, um für die Würde und das Wohlergehen der Frau zu kämpfen. „Wir müssen den Mädchen und Frauen zur Seite stehen und ihnen ermöglichen, für sich selbst zu sorgen – ansonsten ist es eine Verletzung ihrer Menschenrechte“, so Steenkamp und ergänzte: „Das anhaltende Schweigen und Stigmatisierung rund um Menstruation muss gebrochen werden.“

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