31 August 2009 | Kommentar

Schluss mit dem Gejammer!

Ein Ruck müsse durch Deutschland gehen, sagte vor einigen Jahren ein dortiger Bundespräsident - und ging mit seinem Appell an mehr Eigeninitiative und Einsatz in die Geschichte ein. Auch Namibia hat jetzt seine Ruck-Rede: Während es zwar den politischen Parteien derzeit trotz oder gerade wegen des Wahlkampfes an sinnigen und substanziellen Vorschlägen fehlt, wie das Land nach vorne gebracht werden könnte, gibt einmal mehr einer die Marschrichtung vor, der in den vergangenen Monaten und Jahren nie durch parteibedingtes, anbiederndes oder verschämtes Schweigen auf sich aufmerksam gemacht hat. Vekuii Rukoro, unter anderem Vorstandsvorsitzender der First National Bank, hat es kürzlich in Windhoek bei einer Entwicklungskonferenz auf den Punkt gebracht: Schluss mit dem Gejammer, mit "seichten und lange überholten Argumenten, Schluss mit ständigem Hand-Aufhalten, nur weil Namibia dereinst kolonisiert worden ist, Schluss mit dem Anbiedern und falsch verstandener Freundschaft für Unterstützer aus dem Freiheitskampf!
"Rukoro for President", möchte man fordern, trifft er doch den Nagel auf den Kopf: Zu oft lehnen sich Regierung, aber auch so manche Bürger gerne bequem im Sessel zurück und halten die Hand auf, mit der gleichermaßen unproduktiven wie fadenscheinigen Erklärung, dass man als ehemaliges Kolonialopfer bitteschön Zahlungen bis in alle Ewigkeiten verdient habe. Tragischerweise gibt es bis heute Staaten, die das finanzielle Trostpflaster - wohl auch zur Beruhigung ihres eigenen Gewissens - gerne und reichhaltig zahlen. Natürlich stehen auch Namibia finanzielle Hilfen zu, trotzdem fördert das derzeitige Prozedere keinesfalls nachhaltige Entwicklung und Eigeninitiative.
Rukoro scheint zudem einer der wenigen einflussreichen Personen im Land zu sein, die offen das Seelen-Verkaufen an Bruderstaaten aus Kampfeszeiten anprangern, während die Regierung mit Kusshand Arbeiter, hässliche Bauwerke und Kriminelle aus Asien ins Land schleppt. Ganz richtig fordert Rukoro hier eine Wirtschaftsagenda, die den Umgang mit "großen" Nationen reguliert.
Von "echten" Politikern haben wir trotz - oder vielleicht eben gerade wegen - des Wahlkampfes bislang keine solche Ruck-Rede gehört. Überfällig war sie längst! Hoffentlich stößt sie auf offene Ohren!

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