10 September 2019 | Meinung & Kommentare

Schillerndes Verhältnis

Eine ganze Reihe von Eigenschaftenkönnen wir Namibier von den Chinesen abgucken: Genügsamen Arbeitseifer jenseits destruktiver Gewerkschaften, gezielte Familienplanung, Stehvermögen bei der Ausführung kleiner und großer Projekte und unternehmerischen Kleinhandel sowie Kampf gegen Korruption, wenn man den Aussagen des chinesischen Gesandten glauben darf, um nur einige zu nennen. Auf diese Bereiche, außer Korruption, sind jedoch weder der Botschafter in Windhoek, Zhang Yiming, noch der besuchende Delegationsführer Zhou Li vom Friedens- und Abrüstungsverband eingegangen, als sie am Freitag mit soziopolitischen Fachkräften der hiesigen Zivilgesellschaft zusammentrafen.

Die namibischen Gesprächspartner Erika Gebhardt, Rakkel Andreas und andere demonstrierten gegenüber Zhou Li und Team Souveränität, „Heimvorteil“ und brachten die konkrete Alltagserfahrung über Chinesen in Namibia in die vergleichende Erörterung ein, inwiefern der kapitalistische Sozialismus des Reiches der Mitte als Modell für Namibia dienen könne. Dabei lenkten sie den Blick nicht nur auf Anklagen der Rohstoffausbeutung und Wilderei in Namibia, sondern verwiesen auf die Rolle Chinas als offensiver Rohstoffsammler in ganz Afrika. An einem Beispiel wird die fragwürdige und gleichgültige Rolle Chinas im Rohstoffhunger besonders deutlich. Monate lang wurden in der Kavango-Region wie noch nie zuvor Edelhölzer gegen mickriges Entgelt für die Lokalbevölkerung geschlagen. Die Bäume im Trockenwald brauchen Jahrhunderte, um nachzuwachsen. Zögerlich hat die namibische Regierung eingegriffen. Weder die chinesischen Nutznießer noch die namibische Regierung (Landwirtschaft und Forsten) haben bisher einen einzigen Baum der Edelhölzer nachgepflanzt. So sieht Raubbau aus, wird die Verfassung verletzt und beraubt man künftige Generationen.

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