07 September 2021 | Politik

„Schakale verhandeln mit Hyänen“

Ratifizierung in den Parlamemnten steht noch aus

Die Herero und Nama kritisieren das Abkommen mit Berlin und die angebotene Summe. Das Parlament soll es bald ratifizieren. Auch soll in den Haag ein Antrag gestellt werden.

Von Brigitte Weidlich

WINDHOEK

Nachfahren der Opfer unter der Herero- und Nama-sprechenden Namibier planen eine Strategie, um die im Mai abgeschlossenen Genozid-Verhandlungen zwischen Windhoek und Berlin zu blockieren. Der LPM-Präsident Swartbooi empfiehlt den Weg zum Internationalen Strafgerichtshof.

Die Einladung zu einem Dialog gestern Morgen im Saal des Otjiserando-Kommandos in Katutura mit der Bevölkerung kam vom Generalsekretär der Vereinigung Nama-sprechender Stammesführer, Deodat Dirkse, der auch Vorsitzender des technischen Genozid-Komitees der Namas ist, und Nandi Mazeingo, der einem parallelen Komitee der Herero-Gemeinschaft vorsteht und auch die Ovaherero-Stammesbehörde vertritt.

Bei der Begrüßung sagte Dirkse, das Abkommen zwischen Deutschland und Namibia, das demnächst beide Parlamente ratifizieren sollen, sei „ein Desaster und einfach schrecklich“. Die Nama-Stammesführer seien „nach wie vor dagegen“, da sie nicht bei den fast sechs Jahre langen Verhandlungen dabei waren.

Zum ersten Mal nahmen auch Führer einiger politischer Parteien teil. Nach Dirkse sprach der Präsident der Landlosenbewegung (LPM), Bernadus Swartbooi. Er sagte, der im Jahr 2006 gestellte Antrag im Parlament von Chef Kuaima Riruako - der auch Präsident der NUDO-Partei war – sei einstimmig verabschiedet worden. Das Abkommen mit Berlin sei aber weit von dieser Resolution entfernt, die Regierung sollte nur Vermittlerrolle spielen. „Nun haben Schakale und Hyänen verhandelt, wir stimmen nicht mit dem Ergebnis überein,“ sagte Swartbooi. Er schlug vor, beim Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag einen Antrag zu stellen, da u.a. die Nama und Herero in Botswana und Südafrika nicht in das Abkommen mit Berlin einbezogen seien.

Dr. Panduleni Itula hat als Präsident der IPC-Partei das Abkommen kritisiert. „Unter einer IPC-Regierung wird sich Namibia von diesem Abkommen zurückziehen und dafür sorgen, dass die Nama- und Herero-Sprechenden direkt an Verhandlungen beteiligt werden“, sagte er auf dem Treffen.

Der Generalsekretär der PDM-Partei, Manuel Ngaringombe sagte, alle, die gegen das Abkommen sind, sollten zusammenstehen, um bessere Verhandlungen zu führen. Die jetzige NUDO-Präsidentin und Vize-Gesundheitsministerin Ester Muinjangue wiederholte erneut, dass die Nachfahren der Opfer ebenso wie ihre Partei, das Abkommen nach wie vor ablehnten, da Deutschland sich zu den damaligen Gräueltaten nicht eindeutig bekenne. „Berlin will das nur als ‚was man heutzutage Genozid nennen würde‘ anerkennen, das genügt uns nicht.“

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