29 Juni 2018 | Meinung & Kommentare

Schade: Bis zum nächsten Mal

Deutschland ist raus – der Titelverteidiger war ein Favorit bei der Fußball-Weltmeisterschaft in Russland, doch die Mannschaft konnte die Erwartungen einfach nicht erfüllen. Was ist passiert? Wie ist es dazu gekommen? Viele Fragen, doch noch keine Antwort: Bundestrainer Joachim Löw muss erst einmal seine Gedanken sammeln, bevor er Rede und Antwort stehen kann. Um seine Zukunft bangen muss er obendrein auch.

Doch die maßlose Enttäuschung herrscht nicht nur unter Deutschen. Vor vier Jahren hatte es Löw geschafft, Deutschland zu vereinen und einen gewissen deutschen Stolz aus der Bevölkerung hervorzurufen, den es lange nicht mehr gegeben hatte. Auch hierzulande waren Deutsch-Namibier stolz und das mit gutem Grund.

Und dabei hat Namibia eigentlich wenig mit der WM zu tun. Dennoch hat diese gewisse WM-Pleite einen beachtlichen Einfluss auf dieses kleine Afrikaland. Wo am Mittwochmorgen noch deutsche Fahnen überall zu sehen waren - sei es am Auto befestigt oder im Garten des Hauses - gibt es nun nichts Schwarz-Rot-Goldenes mehr zu sehen.

Viele namibische Clubs wie zum Beispiel der Sportklub-Windhoek (SKW) oder der Swakopmunder Fußballklub (SFC) stellen genau rechtzeitig zur WM große Fernseher auf. Sie rechnen mit großem Umsatz, denn schließlich wollen eingefleischte Fußball-Fans die Mannschaft mit möglichst vielen Bekannten gemeinsam unterstützen. Zahlreiche Personen haben genau deshalb den Mittwochnachmittag freigenommen und mit vielen anderen Fans Solidarität gezeigt. Damit ist nun vorbei.

Analysen über die WM-Pleite wird es in den nächsten Tagen viele geben – aber eins war bei dem Spiel deutlich. Bei den Spielern fehlte es an Elan, Enthusiasmus und dem gewissen Ehrgeiz, gewinnen zu wollen. Tatsache ist, dass tiefe Spuren der Enttäuschung zurückbleiben. Vor allem wenn man bedenkt, dass die asiatische Mannschaft vor der WM auf der Fifa-Weltrangliste auf Platz 57 eingestuft worden war.

Bis zum nächsten Mal gibt es zum Glück viel Zeit zum Vorbereiten. Deutschland-Fans in Namibia wird es dann auch noch viele weiterhin geben.

Erwin Leuschner

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