02 August 2018 | Polizei & Gericht

Russische Journalisten bei Investigativrecherche in Afrika getötet

Russische Journalisten recherchieren mit Unterstützung des Kremlkritikers Chodorkowski in Zentralafrika. Ihr Thema: Der Einsatz russischer Söldner in dem krisengebeutelten Staat. Doch dann werden die Männer tot aufgefunden. Was ist geschehen?

Moskau/Bangui (dpa) - Bei einer Investigativrecherche über russische Söldner in der Zentralafrikanischen Republik sind drei Moskauer Journalisten getötet worden. Die drei Reporter seien für ein Projekt des Kremlkritikers Michail Chodorkowski unterwegs gewesen, teilte dieser in der Nacht auf Mittwoch mit. Sie hätten über die Aktivitäten der russischen Söldnertruppe Wagner recherchiert.

Er sei entsetzt über den Tod der Journalisten, schrieb Chodorkowski. Er habe gehofft, dass die Reporter nur gefangen genommen worden seien. Dann hätte er sich für ihre Freilassung eingesetzt. «Jetzt werde ich alles dafür tun, die Schuldigen zu finden», so der im Exil lebende Oligarch.

Russland setzt vielen Belegen zufolge - vor allem in Syrien - neben regulären Soldaten auch Söldner einer Privattruppe ein, die unter dem Namen Wagner firmiert. Die bezahlten Kämpfer gehören nicht zur Armee, sondern werden laut Medienberichten privat finanziert. Der Name Wagner ist ein Pseudonym des Ex-Geheimdienstoffiziers Dmitri Utkin, der die Truppe gegründet hat.

Das russische Außenministerium in Moskau bestätigte die Identität der drei Todesopfer. Die Männer seien jedoch nicht mit einem Journalistenvisum eingereist, sondern als Touristen, sagte Außenamtssprecherin Maria Sacharowa der Agentur Tass zufolge. Sie hätten lediglich abgelaufene Bescheinigungen russischer Redaktionen mit sich geführt. Der Informationsminister der Zentralafrikanischen Republik, Ange Maxime Kazagui, bestätigte, die Männer hätten sich nicht als Journalisten akkreditiert.

Die drei Männer sind nach Angaben des Rechercheprojekts am Freitag eingereist. Die Redaktion hatte demnach am Sonntag zuletzt mit ihnen Kontakt. Am Dienstag seien die Männer zwischen den Orten Sibut und Dékoa etwa 200 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bangui tot aufgefunden worden, sagte Kazagui. Sie seien entgegen dem Rat von Sicherheitskräften an einem Checkpoint in Sibut weitergereist. Eine Gruppe Bewaffneter habe sie getötet. Auch der Fahrer der Männer wurde demnach verletzt, konnte aber fliehen.

Die UN-Friedensmission schickte nach eigenen Angaben ein Team zum Ort des Geschehens. Dort fanden sie die Leichen der Männer und ein Auto vor, das mehrere Einschusslöcher hatte, wie ein UN-Sprecher sagte. Polizisten der Friedensmission unterstützten nun die zentralafrikanischen Ermittler.

Der Krisenstaat gilt einem UN-Index zufolge als das ärmste Land der Welt. 2013 war dort ein Bürgerkrieg ausgebrochen, in dem sich Milizen der christlichen Mehrheit und der muslimischen Minderheit gegenüberstanden. In Folge einer französischen Militärintervention und später einer UN-Friedensmission stabilisierte sich die Lage etwas. Auch die EU leitet einen militärischen Ausbildungseinsatz in dem Land, der jüngst um zwei Jahre verlängert wurde. Daran beteiligen sich unter anderem Frankreich, Polen und Spanien, aber bislang nicht die Bundeswehr.

Gleiche Nachricht

 

Mehrere Verhaftungen wegen angeblichen Drogenbesitzes

vor 14 stunden | Polizei & Gericht

Windhoek (cr) Die namibische Polizei (NamPol) verhaftete am vergangenen Wochenende 14 Verdächtige im Zusammenhang mit Drogenfunden. Laut dem Wochenendbericht wurde demnach am Freitag ein 29-jähriger...

11-monate altes Baby vergewaltigt

vor 1 tag - 26 Juli 2021 | Polizei & Gericht

Windhoek (cr) - Die namibische Polizei (NamPol) hat in ihrem Wochenendbericht erneut drei Fälle des sexuellen Missbrauchs gemeldet.Demnach soll am vergangenen Samstag ein 52-jähriger Mann...

GBV-Aktionsplan vorgestellt

vor 1 tag - 26 Juli 2021 | Polizei & Gericht

Claudia ReiterWindhoekDie namibische Polizei (NamPol) hat am Freitag ihren nationalen Aktionsplan gegen geschlechtsspezifische Gewalt (GBV) vorgestellt. Dieser zielt darauf ab, die polizeilichen Bemühungen zu verstärken,...

#aznamnews Polizeichef droht mit Gerichtsache

vor 3 tagen - 24 Juli 2021 | Polizei & Gericht

Der Chef der Windhoeker Stadtpolizei, Abraham Kanime, fordert durch seinen Anwalt Sisa Namandje Antworten, von der Stadt Windhoek, warum seine Position als Polizeichef ausgeschrieben wird....

Acht Festnahmen in einer Woche

vor 4 tagen - 23 Juli 2021 | Polizei & Gericht

Windhoek (NMH/cr) - Acht Verdächtige wurden in Verbindung mit sechs Fällen von Wildtierverbrechen in der letzten Woche verhaftet. Nach Angaben der Wildtierkriminalitätsstatistik des Umweltministeriums wurden...

Mann tötet Stiefvater

vor 5 tagen - 22 Juli 2021 | Polizei & Gericht

Windhoek (cr) - Ein 33-jähriger Mann wurde am Montag im Dorf Ombondeyomutse-wondjamba im Wahlkreis Ruacana verhaftet, weil er seinen Stiefvater mit einem Stock zu Tode...

Einbruch: Täter klauen Wäsche

vor 5 tagen - 22 Juli 2021 | Polizei & Gericht

Swakopmund (er) - Einbrecher haben am Montag 139 Herren-Jeans und 188 T-Shirts vom Swakopmunder Geschäft Sportscene gestohlen. Der Wert wird auf knapp 100 000 Namibia-Dollar...

Mann wegen Bestechung inhaftiert

vor 6 tagen - 21 Juli 2021 | Polizei & Gericht

Windhoek (sno) - Ein Einwohner aus Windhoek, der angeblich ein Mitglied der „Affirmative Repositioning (AR)“-Bewegung bestechen wollte, wurde von der Anti-Korruptions-Kommission (ACC) verhaftet und erschien...

Vier Nasenhörner beschlagnahmt

vor 6 tagen - 21 Juli 2021 | Polizei & Gericht

Windhoek (cr) - Am vergangenen Montag wurden vier Männer zwischen Kamanjab und Opuwo mit Nasenhorn in ihrem Wagen verhaftet. Die namibische Polizei (Nampol) gab gestern...

Verkehrspolizist festgenommen

1 woche her - 20 Juli 2021 | Polizei & Gericht

Swakopmund (er) - Ein Swakopmunder Verkehrspolizist wurde nun wegen Bestechung festgenommen. Dies ist bereits der dritte Polizeibeamte, der in diesem Jahr in der Erongo-Region wegen...