30 Dezember 2019 | Natur & Umwelt

Rätsel um Elefantenherkunft

Umweltministerium behält jungen Dickhäuter weiterhin im Auge

Es ist das erste Mal in mehr als 100 Jahren, dass ein Elefant in der Nähe Swakopmunds gesichtet wurde - und dies zu Weihnachten. Die Herkunft des jungen Elefantenbullen bleibt dem Umweltministerium weiterhin ein Rätsel - Beamte arbeiten rund um die Uhr, beim Versuch das Tier umzusiedeln.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund

Eine Gefahr für die Öffentlichkeit stellt der junge Elefantenbulle nicht dar. Nach seinem kurzen Besuch in Stadtnähe Swakopmunds, befindet sich der Elefant laut jüngstem Stand etwa 30 Kilometer östlich von Arandis. „Wir behalten ihn weiterhin im Auge. Uns liegt daran, dass er nicht zur Gefahr für die Öffentlichkeit wird“, erklärte Richard Fryer, der amtierende Direktor für Wildtier- und Nationalpark-Management im Umweltministerium, gestern auf Nachfrage der AZ.

Auch er rätselt zurzeit um die Herkunft des Tieres. „Wir haben zwar jetzt den Elefanten erfasst, aber auch wir sind nicht sicher, wo er genau herstammt. Das bleibt ein Rätsel und wir können nur spekulieren“, sagte er. Über die Zukunft des Elefanten wollte er sich nicht genau äußern und sagte lediglich, dass Personal aus seinem Ressort den Dickhäuter „umsiedeln“ wolle. „Wir sind noch mit unserem Einsatz beschäftigt“, sagte er und fügte hinzu: „Er wandert aber in die richtige Richtung.“

Zunächst hieß es, dass der Elefant entweder aus dem Ugab-Rivier oder der Umgebung von Omatjete im Erongo stammt. Dies wurde allerdings gestern dementiert. Gerüchte, dass der Elefant aus einem privaten Naturschutzgebiet ausgebrochen sei, wurden ebenfalls abgelehnt. Demnach stammt der Elefant weder von der Mount Etjo Safari Lodge noch vom privaten Naturschutzgebiet Erindi. „Der gleiche Elefant wurde vor gut zwei Monaten unweit des Okonjima-Naturreservats südlich von Otjiwarongo gesichtet, aber er stammt nicht von dort“, sagte Fryer.

Wenig später sei der Dickhäuter an der Grenze von Erindi gesichtet worden, hieß es aus zuverlässiger Quelle. „Kurz vor Weihnachten ist er bei uns eingefallen“, sagte Gisela Conrad von der Gästefarm Omandumba, westlich von Omaruru. Der Elefant sei wenig später nahe der Spitzkoppe aufgetaucht und soll dann möglicherweise das Omaruru-Rivier entlang bis an die Küste gewandert sein. Am Morgen des 24. Dezembers wurde er nahe dem Swakopmunder Stadtteil Meile 4 gesichtet.

Die Nachricht über die Anwesenheit des Dickhäuters verbreitete sich an dem besagten Morgen wie ein Lauffeuer in Swakopmund, welches dazu führte, dass unzählige Urlauber und Einwohner in die Wüste fuhren und das Tier regelrecht einkesselten. Einige Fahrzeuge fuhren derart dicht an den Elefanten, dass das Tier auf die Autos zustürmte.

Die Feuerwehr hatte zunächst eine Mulde mit Wasser gefüllt, damit das Tier seinen Durst löschen konnte. Allerdings war das Tier mittlerweile derart desorientiert, das es lediglich richtungslos umherwanderte. Es waren schließlich Mitarbeiter des Umweltministeriums und der Polizei, sowie einige Reiseveranstalter, Rettungsdienste, Tierärzte und Mitglieder der Swakopmunder Nachbarschaftswache, die gemeinsam mit weiteren Helfern aus der Öffentlichkeit die Menschenmasse unter Kontrolle bekam. Ein Ausweg wurde geschaffen und der Elefant in die Wüste getrieben, wo Wasser und Futter für ihn bereitgestellt worden war. Er sei zunächst in Richtung Henties Bay gelaufen bevor er östlich ins Inland abwanderte, so Fryer.

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