30 Dezember 2005 | Lokales

Ärger mit Quadbikes: Kleinkrieg um die Mündung des Swakop-Riviers

Im Spannungsfeld zwischen Freizeitspaß mit Quadbikes und der Sorge um den Schutz des sensiblen Ökosystems spitzt sich der Kampf in Swakopmund zu. Ein Antrag auf Inbetriebnahme des Quadbike-Unternehmens Outback Orange an der Swakop-Mündung wurde von der Stadtverwaltung vorerst abgelehnt. Die Betriebslizens des Unternehmens, das kürzlich auf das Grundstück des Paintball Action Centre westlich der Swakop-Rivier-Brücke umsiedelte, wurde bis zur nächsten Stadtratsitzung auf Eis gelegt. Grundsätzlich sei der Antrag nicht abgelehnt worden, erklärte Stadtdirektor Eckhart Demasius, doch der Stadtrat habe zu viele Beschwerden von Anwohnern erhalten. Diese hätten ein Interesse daran, die Swakopmündung und die angrenzende Lagune vor ungewollten Eindringlingen zu schützen. Das Resultat: Outback Orange schaut während der ertragreichen Sommerzeit in die Röhre, und Pieter B. van Ginkel, Inhaber des Paintball Action Centre, ist um seine Grundstücksmiete geprellt. Die Beteiligten holen nun zum Gegenzug aus: Van Ginkel will die Sache nun vor Gericht anfechten.

Doch es sind noch andere Spieler beteiligt: Da ist die Bürgerinitiative Freunde des Swakop-Riviers (Friends of the Swakop River, FSR), eine Gruppe Naturliebhaber, die es sich zum Ziel setzen, die Öffentlichkeit und die Verwaltungsorgane der Küste auf die Einmaligkeit der Frischwasserlagune in der Swakopmündung aufmerksam zu machen. "Zerstörung kann man nicht rückgängig machen", sagt FSR-Vorsitzender Hans Hoffman. Darum wolle man das Interesse der Öffentlichkeit und der Behörden wecken und dieses Gebiet in absehbarer Zukunft als Naturschutzgebiet erklären lassen.

Die Quadbikes und Allradwagen an den Stränden kann man nicht "weg wünschen", sagt Demasius. Grundsätzlich gehe es darum, das Spaßfahren am Strand zu kontrollieren - nicht, es zu verbannen. Das allerdings sei eine Sache der Erziehung und nicht Mandat der Stadtverwaltung. Die örtliche Zweigstelle des Umweltministeriums war für einen Kommentar nicht erreichbar. Doch der ehemalige Naturschutzbeamte des Ministeriums in Swakopmund und ebenfalls FSR-Mitglied, Rod Braby, erklärte: Man wolle den Zugang zur Swakopmündung nicht vollständig verwehren, sondern lediglich dem Gebiet eine Gelegenheit bieten, sich zu erholen. Man müsse sich Sorgen um den langfristigen Erhalt machen, so der Naturschützer.

Könnten denn nicht die "Freunde des Swakop-Riviers" die Aufgabe übernehmen, das Gebiet zu schützen und die Öffentlichkeit aufmerksam zu machen? "Wer sind denn die Freunde des Swakop-Riviers?", möchte Demasius wissen. Der Stadtrat habe bis dato noch keinen Antrag von der Bürgerinitiative erhalten, eine Umweltorganisation ins Leben zu rufen, kontert er. Die Gesundheitsbehörde der Stadt ist allerdings auf einem FSR-Flugblatt angeben, gibt er zu.

Während FSR um Anerkennung kämpft und Outback Orange unfreiwillig Sommerurlaub machen muss, hat FSR-Mitglied Danie Holloway schon einen neuen Aktionsplan. Die Spaßfahrerei in der Swakop-Rivier-Mündung stört die Ruhe seiner Besucher im Gästebetrieb "The Stiltz", einem Gästehaus an der Swakop-Mündung. "Kein Mensch weiß, was die da treiben. Die fahren wo sie wollen", wettert Halloway. Und genau deshalb hat er nun selbst einen Antrag auf eine Betreiberlizenz für Quadbikes gestellt. Stadtdirektor Demasius mag es seltsam vorkommen, dass Holloway den Quadbikes einerseits den Kampf ansagt, andererseits aber ein eigenes Unternehmen gründen will. Doch Holloway ist überzeugt, dass sein vermeintlicher Wahnsinn Methode hat: Er will die anderen Quadbike-Unternehmen so lange mit Niedrigpreisen unterbieten, bis sie alle Konkurs machen.

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