06 Mai 2020 | Tourismus

Rettungsfonds für Hegegebiete

Geldgeber stellen 16 Millionen Namibia-Dollar zur Verfügung

Namibia versucht seit Jahrzehnten, Tiere und Umwelt zu schützen, indem örtliche Gemeinden in die Nutzung natürlicher Ressourcen einbezogen werden. Die Pandemie gefährdet diesen Ansatz, weil die Touristen fernbleiben, gibt es keine Einnahmen. Ein neuer Fonds soll das Projekt retten.

Von Clemens von Alten, Windhoek

Das Ministerium für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus hat einen Fonds ins Leben gerufen, der die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie auf die gemeindebasierte Bewirtschaftung natürlicher Ressourcen (CBNRM) dämpfen soll. Dieser gestern in Windhoek vorgestellte Rettungsschirm für Hegegebiete trägt den Namen, Conservation Relief, Recovery and Resilient Facility, und verfügt derzeit über Mittel in Höhe von 16 Millionen Namibia-Dollar.

Diese stolze Summe steht aber in keinem Verhältnis zu den wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Krise: „Die Hegegebiete beziehen aus dem Tourismus ein jährliches Einkommen von 60 Mio. N$, während den jeweiligen Mitarbeitern rund 65 Mio. N$ in Gehältern ausgezahlt wird“, erklärte der zuständige Minister, Pohamba Shifeta. „Die Arbeitsplätze von 700 Wildhütern, 300 Hilfskräften und 1175 im örtlichen Gastgewerbe tätigen Mitarbeitern stehen auf dem Spiel – die 30 Jahre lange Arbeit für den gemeindebasierten Naturschutz ist in akuter Gefahr.“ Er geht davon aus, dass Namibia drei bis vier Monate mit keinen Besuchern rechnen könne, vielleicht sogar bis Ende des Jahres.

Die insgesamt 86 Hegegebiete sind für Namibia von großer sozioökonomischer Bedeutung, denn sie machen rund ein Fünftel der Landesfläche (166179 km²) aus und umfassen mit 222000 Einwohnern rund neun Prozent der Gesamtbevölkerung, wie Shifeta betonte. Ihm zufolge haben diese Gemeinden seit der Unabhängigkeit dazu beigetragen, dass sich die Wildtierbestände weitlaufend erholt haben. Der gestern vorgestellte Rettungsfonds soll den Fortbestand dieses Erfolgsrezepts garantieren und wird von den folgenden Partnern finanziert: Die CBNRM-Hilfsorganisation NACSO mit 7,5 Mio. N$, der Environmental Investment Fund (EIF) mit sechs Mio. N$, das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) mit 1,5 Mio. N$ und Nedbank Namibia mit einer Mio. N$. „Dieser Fonds soll nach der Pandemie bestehen bleiben“, erklärte EIF-Chef Benedict Libanba.

Aufgrund der Pandemie bahnt sich eine Weltwirtschaftskrise an. Geschlossene Grenzen und Flugverbote treffen den ist der namibische Tourismussektor besonders schwer betroffen, von dem Namibia aber wirtschaftlich stark abhängig ist. In ihrer jüngsten Prognose rechnet die namibische Zentralbank (Bank of Namibia, BoN) im laufenden Jahr mit einem beispiellosen Konjunkturrückgang in Höhe von 6,9 Prozent. Allein im Gastgewerbe gehen die Währungshüter von einem 58-prozentigen Einbruch aus (AZ berichtete).

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