24 April 2019 | Leserpost

Reparation und Wiedergutmachung

Betr.: Genozid-Dogma aufgefrischt & Im eigenen Saft schmoren (AZ, 1.4 & 2.4.2019)

Betr.: Genozid-Dogma aufgefrischt & Im eigenen Saft schmoren (AZ, 1.4 & 2.4.2019)



Lieber Eberhard Hofmann, als ich Ihren Bericht über das Symposium, das im Goethe-Institut in Windhoek tagte las, dachte ich zuerst an einen Aprilscherz! Ihrem Kommentar am 2. April – Im eigenen Saft schmoren – muss man nur noch die Aussage – Butter bei die Fische – hinzufügen.

Seit geraumer Zeit sind einige Geschichtsstrategen am Werk, immer und immer wieder Ihre Thesen von Kollektivschuld der Deutschen an den Vorgängen von vor über 100 Jahren in Namibia und 1933 bis 1945 an die Öffentlichkeit zu bringen! Im gleichen Atemzug, jedoch etwas leiser wird auch von Reparationszahlungen und Wiedergutmachung gesprochen.

Langsam macht das Schule, denn vor ein paar Tagen forderte der mexikanische Präsident Lopez Obrador, dass sich der spanische König Filipe VI und Papst Franziskus für die Taten der Spanier und der katholischen Kirche vor 500 Jahren entschuldigen sollen. Vielleicht überlegen es sich die Italiener (als ehemalige Römer), von uns Germanen in der Form einer Kollektivschuld eine Entschuldigung mit anschließender finanzieller Zuwendung, weil Armin der Cherusker in der „Varus-Schlacht“ im 9.Jahrhundert nach Chr. die Römer vernichtend geschlagen hat. Es gäbe noch weitere Anlässe vor langen Zeiten, wo sich eine Entschuldigung und Reparationsforderungen anbieten würden!

Ich wehre mich aber mit aller Entschiedenheit gegen die Verkündigung der „Kollektivschuldthese“! Schuld kann nur individuell sein! Der Begriff Kollektivschuld ist eine Sinnwidrigkeit in sich. Das gleiche gilt für den Ausdruck „Kollektive Verantwortung“! Die pauschale Verurteilung einer ganzen Nation als „Tätervolk“ und das nach über 100 Jahren, ist auf der Welt einmalig und widerspricht der aufgeklärten Grundhaltung europäischer Kulturtradition, wonach jeder Einzelne für seine Taten eine individuelle Verantwortung trägt. Wer hat je die Russen für Stalin, die Franzosen für Napoleon oder etwa die Amerikaner für die Ausrottung der Indianer verantwortlich gemacht? Es gäbe noch mehr Möglichkeiten.

Deutschland hat bereut und gebüßt. Vergebung wurde ihm jedoch nicht zuteil. Stattdessen wird ein ganzes Volk seit über 100 Jahren, hinein in nachgeborene Generationen, immer wieder angeklagt und zur Kasse gebeten! Einer Versöhnung dient das nicht, das Gegenteil ist der Fall. Der bekannte deutsche Schriftsteller Erich Kästner hat einmal geschrieben: „Wir Deutsche werden gewiss nicht vergessen, wie viele Menschen durch deutsches Handeln in der Welt getötet wurden. Und die übrige Welt sollte sich darin erinnern, wie viele Deutsche von ihnen umgebracht wurden!“ Hier stellt sich die Frage – braucht Erinnerung auch eine Vergebung?

Abschließend eine Niederschrift aus einem Urteil der Alliierten in den Nürnberger Kriegsverbrecherprozessen vom 29.Juli 1948: „Es ist undenkbar, dass die Mehrheit aller Deutschen mit der Begründung verdammt werden soll, dass sie Verbrechen gegen den Frieden begangen hätten! Das würde einer Billigung des Begriffs der Kollektivschuld gleichkommen und würde logischerweise eine Massenbestrafung folgen, für die es keinen Präzedenzfall in den Beziehungen zwischen den Menschen gibt!“

Uns Deutschen wurde lange verwehrt patriotisch zu sein, da die Last unserer Geschichte dies angeblich nicht zulässt. Vergessen wird dabei, dass die große Mehrheit unseres Volkes nie Verbrechen bejaht hat. Wo ist der Maßstab, von dem wir die Antwort ablesen könnten? Ihn gibt es nicht. Jeder darf hier antworten wie er will, denn Artikel 2 unseres Grundgesetzes verbürgt: „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“

Dem habe ich nichts mehr hinzu zu fügen.



Detlef Schiele, Wiesbaden

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