10 Juli 2020 | Sport

Reisen nicht nötig – Zweite Etappe, gleiche Strecke

Das muss man zum Großen Preis der Steiermark wissen

Nur eine Woche nach dem Formel-1-Auftakt in Österreich steht in Spielberg die zweite Etappe der Notsaison an. Ferrari-Star Sebastian Vettel will seinen Fehlstart vergessen machen.

Die Formel 1 ist in der Steiermark geblieben. Nach dem Neustart mit dem Großen Preis von Österreich ist erneut Spielberg der Gastgeber. Auf dem Red-Bull-Ring findet am Sonntag (15.10 Uhr/RTL) das zweite Rennen der verkürzten Not-Saison statt.

Wird Fernando Alonso schon in Österreich im Renault sitzen?
Das ist höchstens ein Wunschtraum von einigen Formel-1-Fans. Fernando Alonso kehrt erst zur Saison 2021 in die Königsklasse des Motorsports zurück. Aber alleine diese Nachricht ist elektrisierend für die Rennserie, die durch einen Notbetrieb ihr Überleben sichern will und positive Werbung braucht - ein Alonso-Comeback zum Beispiel. Mit dann 39 Jahren will der Spanier ab kommender Saison mit dem französischen Werksteam nochmals angreifen, nachdem er im Renault 2005 und 2006 die WM geholt hatte. Alonso soll aber nicht nur um Punkte kämpfen, sondern auch den Renault-Nachwuchs anleiten und die Entwicklung des Wagens vorantreiben. „Ich kenne meine Mission", beteuerte Alonso, „die sich nicht nur auf das Auto, sondern auch das Drumherum des Autos fokussiert.“

Werden die Corona-Beschränkungen nun schon gelockert?
Nein, das werden sie nicht. Die Formel 1 hat vor ihrem Auftaktrennen in Spielberg 4032 Fahrer, Teammitglieder und weitere Mitarbeiter auf Infektionen mit dem Coronavirus getestet. Es gab keinen positiven Befund. Die Motorsport-Königsklasse hält aber an ihrem strengen Hygienekonzept fest, um die Rennen weiter reibungslos über die Bühne zu bringen. Zuschauer auf den Tribünen wird es weiter nicht geben, es herrscht fortwährend Maskenpflicht und alle Beteiligten müssen in ihren Blasen ohne Kontakt zu anderen Gruppen bleiben. Außerdem wird weiter intensiv getestet.

Wie reagiert Sebastian Vettel auf seinen Fehlstart?
Der viermalige Weltmeister erlebte einen miserablen Auftakt mit verpatzter Qualifikation und Dreher im Rennen nach einer Kollision mit seinem Ferrari-Nachfolger Carlos Sainz. „Ich habe mich die ganze Zeit gequält", räumte Vettel nach Platz zehn ein. Der Motor zu schwach, die Aerodynamik zu schlecht - es könnte ein bitteres Scuderia-Abschiedsjahr für den Deutschen werden. Immerhin zieht Ferrari ein Upgrade-Paket vor, das erst für das Ungarn-Rennen am 19. Juli eingeplant war. „Es ist ein Rennen gegen die Zeit, wir tun aber unser Möglichstes“, meinte Teamchef Mattia Binotto.

Worin lagen die Probleme bei Mercedes?
Valtteri Bottas auf Platz eins, Lewis Hamilton auf Platz zwei - lange sah es nach einem Doppelerfolg der Silberpfeile beim ersten Rennen aus. Dann sorgten Getriebeprobleme für Unruhe. Bottas gewann dennoch den Österreich-Auftakt, Hamilton kam nach einer Zeitstrafe immerhin als Vierter ins Ziel. „Die Zuverlässigkeit hat uns mehr Probleme bereitet, als wir uns gewünscht haben“, meinte Teamchef Toto Wolff. Ein elektronisches Rauschen sorgte dafür, dass die Sensoren an den Autos gestört wurden. Hamilton wurde sogar angewiesen, die Randsteine zu meiden, um den Wagen vor Erschütterungen zu bewahren. „An diesem Wochenende werden wir neue Teile einsetzen, um unsere Situation zu verbessern“, kündigte Wolff ein überarbeitetes Auto an.

Wie wahrscheinlich ist der nächste Coup von McLaren?
Für McLaren kam am Sonntag viel zusammen. Clevere Ansagen vom Kommandostand, ausgezeichnete Fahrerleistungen, gezielt eingesetztes Risiko - und Patzer der Konkurrenz. Am Ende kamen nur elf von 20 Autos ins Ziel. Darunter waren Lando Norris, der es als Dritter erstmals in seiner Karriere auf's Podium schaffte, und Carlos Sainz, der Fünfter wurde. „Wir sollten nicht euphorisch werden“, mahnte der deutsche Teamchef Andreas Seidl. „Es geht aber in die richtige Richtung.“ Vor allem Red Bull sollte sich bei seinem nächsten Heimspiel nach der Nullnummer für Max Verstappen (Ausfall) und Alex Albon (später Crash mit Lewis Hamilton) zuverlässiger zeigen. „Wir haben das Potenzial, um mit Mercedes zu kämpfen“, meinte Red-Bull-Teamchef Christian Horner.

Martin Moravec

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