11 März 2019 | Wetter

Regenprognose bestärkt Dürre

Windhoek verzeichnet geringste Regenmenge seit knapp 130 Jahren

Namibia blickt einer beispielslosen Dürre entgegen: In den Monaten Dezember, Januar und Februar wurde bei der SASCCAL-Wetterstation in Windhoek die geringste Regenmenge seit 1891 gemessen – und die restliche Regensaison sieht wegen eines starken El-Niño-Phänomens nicht vielversprechend aus.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Einen Überblick über die aktuelle Dürre hat jetzt der Swakopmunder Hobbymeteorologe Klaus Knupp gegeben: „Die Trockenheit ist sowohl beispiellos als auch katastrophal“, teilte er mit, nachdem er etliche Daten über Niederschlagsmengen und Temperaturen analysiert hat.

In den Vordergrund stellt Knupp die besondere Hitze im Inland sowie die geringen Niederschläge. Die Regendaten stammen von der Windhoeker Wetterstation SASCCAL, die sich beim botanischen Garten befindet. Dort seien im Dezember 2018 insgesamt 14,8 Millimeter gemessen worden, im Januar 2019 seien es nur noch 3,4 Millimeter gewesen und im Februar 2,8 Millimeter.

„Das ergibt insgesamt 21 Millimeter. Von den historischen Daten, die mir vorliegen, ist dies die geringste Niederschlagsmenge, die je aufgezeichnet wurde“, teilte Knupp mit. Seit Beginn der Regensaison 2018/2019 seien in Windhoek insgesamt 187,2 Millimeter gemessen worden – dies entspreche noch einmal etwa 30 Prozent weniger als in der besonders schlechten Regensaison 2012/2013 gefallen seien. „Der Regenfall in Windhoek ist in der Regel repräsentativ für den Regen im gesamten Inland“, so Knupp.

Als Grund für den geringen Niederschlag nennt der Hobbymeteorologe den Ausblieb von regenreichen Winden aus dem Osten. „Eigentlich sollten wir zu dieser Jahreszeit Wind mit Feuchtigkeit vom zentralen Indischen Ozean bekommen“, so Knupp. Darüber hinaus habe es im Februar zudem noch „seltsame und ungewöhnliche Kaltfront-Zirkulationen am Kap“ gegeben.

Zusätzlich zu dem geringen Niederschlag im Februar habe es in diesem Monat in Windhoek besonders hohe Temperaturen gehabt. Es sei der zweitwärmste Februar in den vergangenen 14 Jahren gewesen. Schon der Januar sei dabei deutlich wärmer als normal gewesen: Die Durchschnittstemperatur habe bei etwa drei Grad Celsius höher gelegen, als die durchschnittliche Temperatur in den Jahren 2006 bis 2015.

Zudem sieht die übrige Regensaison jüngsten Prognosen der Nationalen Ozeanischen und Atmosphärischen Verwaltung (NOAA) zufolge düster aus: Diese Vorhersagen würden davon ausgehen, dass sich das bereits bestehende El-Niño-Phänomen weiter verstärken werde. „Es soll seinen Höhepunkt zur Jahresmitte erreichen. Wir können uns daher darauf vorbereiten, dass sich diese historische Dürre mit aller Wahrscheinlichkeit für die restliche Regenzeit fortsetzt“, so Knupp.

Dass die Regensaison 2018/2019 mit unterdurchschnittlichen Niederschlägen ausfallen wird, hatten Experten bereits im August 2018 vorhergesagt. Diese Prognose wurde während der Zusammenkunft des Forums SARCOF (South African Regional Climate Outlook Forum) gemacht. Bei dem Anlass hatten die Experten für das gesamte südliche Afrika Regenfälle mit Normalwert bis unter Normalwert vorhergesagt - mit lediglich einer Ausnahme: Tansania würde gute Regenfälle bekommen.

Aktuell müssen sich somit viele Landesbewohner erneut auf eine akute Wasserknappheit gefasst machen. Mit Ausnahme des Naute-Damms bei Keetmanshoop haben laut NamWater viele Stauseen kaum Zulauf bekommen.

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