18 November 2021 | Natur & Umwelt

ReconAfrica scheut Öffentlichkeit

NWG trachtet nach offenem Austausch – Wunsch bleibt unerfüllt

Die Namibia Wissenschaftliche Gesellschaft unternimmt einen ersten Versuch den öffentlichen Diskurs in Gang zu bringen, wodurch die Probebohrungen und die seismischen Vermessungen von ReconAfrica in der Kavango-Region offen durchdiskutiert werden könnten. Der Versuch stößt auf Desinteresse seitens des Explorationsunternehmens und des Staates.

Von Frank Steffen, Windhoek

Beobachter des ReconAfrica-Projektes zeigten sich am Dienstagabend erstaunt, als weder Vertreter des kanadischen Gas- und Ölexplorationsunternehmens Reconnaissance Energy Africa (ReconAfrica) noch Interessenträger des Staates zu einer öffentlichen Versammlung auf dem Gelände der Namibia-Wissenschaftlichen-Gesellschaft (NWG) erschienen.

Die NWG hatte ihrer Gewohnheit entsprechend – wie sie es mit dem Phosphat-Abbau im Südatlantik und dem Edelholz-Raubbau in den Kavango-Regionen getan hatte – zu einer öffentlichen Versammlung eingeladen, damit ein geordneter Gedankenaustausch zwischen Öffentlichkeit, Staatsvertretern und ReconAfrica zustande kommt.
Ähnlich solcher vorangegangenen Versammlungen, strengte ReconAfrica erst gestern den Austausch mit der AZ an (man wolle sich am Freitag treffen). Den direkten Austausch mit ebenbürtigen Fachkräften mieden sie dagegen weiterhin.

Der ehemals vom Explorations- und Treibstoffriesen British Petroleum (BP) als Geologe beschäftigte Matt Totten (Jnr.) hatte der AZ schon öfter bei ihrer Berichterstattung über das umstrittene Bohrvorhaben in den Kavango-Regionen, als Fachkraft zur Verfügung gestanden. Am Dienstagabend legte er nun eine außerordentlich gutdurchdachte und systematische Präsentation vor, die es Laien ermöglichte, die geologischen Voraussetzungen zu verstehen, die für ein Ölvorkommen unabkömmlich sind (die aber im Kavango fehlen).

Er führte die Anwesenden gezielt durch Zielvorgaben sowie Berichte und Darstellungen von ReconAfrica und er entlarvte sie samt und sonders entweder als Lügen oder inkompetente Aussagen. Jedes Argument und jeder Bericht über den die Medien seit Monaten berichtet hatten (auch die AZ), wurde erneut unter die Lupe genommen und dabei stimmte Jan Arkert, der als Geologe und Umweltexperte aus Südafrika angereist war, Totten in jedem Punkt zu.

Besonders auffallend war diesmal die detaillierte Kritik an dem scheinbar im Hintergrund agierenden Aktienbesitzer, Craig Steinke, der nicht an den Aufsichtsräten beteiligt ist und doch überall als Frontmann agiert, während er reihenweise mit Aktienoptionen jongliert – etwas, das er scheinbar seit Jahren zum Schaden der Anleger und der Umwelt tut.
Knapp 80 Personen vor Ort und etwa 70 Teilnehmer online lauschten angespannt zweieinhalb Stunden lang Tottens Ausführungen und kamen zum Schluss, dass die Regierung dieses Projekt längst hätte ablehnen müssen.

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