26 November 2021 | Natur & Umwelt

ReconAfrica erneut unter Beschuss

Explorationsunternehmen spielt wie immer den Ahnungslosen

Dem ReconAfrica-kritischen Vortrag in der NWG folgte die neuste Anhörung des Ständigen Parlamentarischen Ausschusses für Natürliche Ressourcen und erneut ist erwiesen, dass die Umweltverträglichkeitsprüfung nie hätte gutgeheißen werden dürfen. Indessen stellt sich ReconAfrica offen gegen einen der Kommunalvertreter.

Von Frank Steffen, Windhoek

In dieser Woche fand eine Versammlung der Mitglieder des George-Mukoya-Hegegebiets oberhalb des Khaudum-Nationalparks statt. Das kanadische Gas- und Ölexplorationsunternehmen Reconnaissance Energy Africa (ReconAfrica) und seine Aktivitäten wurden besprochen, wobei die Firma zugab, weitere Schäden an Häusern durch die Seismik-Vermessungen verursacht zu haben. In manchen Fällen gaben sie es zu und in anderen Fällen räumten sie nur Kulanz-Schadenersatz ein, doch ließ es sich ein ReconAfrica-Vertreter nicht nehmen, den Vorsitzenden des Forstschutzgebietes, Max Muyemburuko, zu beschimpfen.

In ihrer mittlerweile typischen Art, versucht das kanadische Gas- und Ölexplorationsunternehmen Reconnaissance Energy Africa (ReconAfrica) indessen erneut die Tatsachen mit Halbwahrheiten in das von ihr bevorzugte Licht zu rücken. Der Vorsitzende des Ständigen Parlamentarischen Ausschusses, Tjekero Tweya, hat in dieser Woche den Kommunal-Landrat der Ost-Kavango-Region getadelt und ihm vorgeworfen, ReconAfrica erlaubt zu haben, ohne ausgestellte Genehmigungen, Land an sich zu reißen und darauf zu explorieren.

ReconAfrica gab laut einem Bericht in der staatlichen Zeitung New Era bekannt, dass es auf jeden Fall die „Erlaubnis von der Shambyu-Kommunalführung erhalten hatte, das Land zu betreten und darauf Explorationsaktivitäten zu betreiben“. Dies war die Reaktion auf die Untersuchung des Ausschusses, der befunden hatte, dass der Kommunal-Landrat ReconAfrica ein Bußgeld hätte ausstellen müssen und sie von dem für sich eingenommenen Platz hätte verdrängen sollen.

Die angeblichen Genehmigungen, die ReconAfrica behauptet empfangen zu haben, haben keinen Bestand, zumal sich durch die Untersuchung erneut die Frage stellt, wie der Umweltkommissar Theofilus Nghitila ausgerechnet an einem Feiertag - dem Heldengedenktag am 26. August 2020 - das Umweltzertifikat (ECC) ausstellen konnte, mit dem eine Umweltverträglichkeitsprüfung (EIA) gutgeheißen wurde, die unglaubliche Mängel vorwies. Denn als ReconAfrica sich im Dezember auf dem Grund und Boden von Andreas Mawano bei Kawe niederließ, konnte es keine gültige Genehmigung geben, da Mawano nicht von dieser anstehenden Entwicklung wusste und der Häuptling (Headman) von Ncaute nicht solch eine Genehmigung hatte geben können. Das steht nur dem Stammesoberhaupt der Sambyu (Chief) und seinen Beratern zu - die wussten zu jenem Zeitpunkt nichts davon.

Im Falle des Farmlandes von Andreas Sinonge bei Mbambi traf dies noch weniger zu, da das Stammesoberhaupt nicht davon wusste und außerdem selbst dieser dann noch erst die Erlaubnis der Forstschutzvereinigung hätte bekommen müssen, da sich entgegen der damaligen Behauptung von Dr. Sindila Mwiya (der ReconAfrica-Umweltfachkraft) Mbambi doch in einem Schutzgebiet befindet. Im Nachhinein besorgte sich ReconAfrica eine Genehmigung, während die von Mbambi ausstehend geblieben ist (AZ berichtete).

Ähnlich hatte ReconAfrica wiederholt beteuert, sich an die Gesetzgebung zu halten und doch fehlten nicht nur die Landgenehmigungen sondern auch die Bohrgenehmigungen für Wasserlöcher und die Exploration. Auch der Gebrauch des Wassers war unerlaubt und so auch die Entsorgung im Abwassersystem in Rundu.

Mitglieder des Landrats hatten in der Vergangenheit der AZ gegenüber versichert, dass sie keine Wahl gehabt hätten, da die Auskunft jedes Mal dahingehend gelautet habe, dass dies eine „bereits gefällte Regierungsentscheidung gewesen sei“. Ein Dementi der Pressesprecherin Ndapewoshali Shapwanale ändert daran auch nichts, auch nichts an der Tatsache, dass unabhängige Fachkräfte (nicht nur Aktivisten) zunehmend das Explorationsvorhaben als ein Luftschloss verurteilen, dass wenn überhaupt, nur dann umgesetzt werden kann, wenn die eventuell vorliegenden Ölreserven durch Fracking abgebaut werden.

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