30 Januar 2019 | Polizei & Gericht

Rechtsstreit um Unfall-Haftung

Kollision mit Rind löst Klage gegen RA und Viehzüchterin aus

Können Viehzüchter belangt, oder die Straßenbehörde (RA) haftbar gemacht werden, wenn Nutztiere auf Fernstraßen gelangen und Verkehrsunfälle verursachen? Diese Frage beschäftigt derzeit in dem ersten Fall seiner Art das Obergericht.

Von Marc Springer

Windhoek

Hintergrund ist eine Klage der Firma G Four S Cash Solutions, die sich gegen die RA und die Landwirtin Brigitte Leane Goases richtet. Zur Begründung führen die Antragsteller an, jene habe nicht verhindert, dass eines ihrer Rinder am 19. November 2015 auf die B1-Straße zwischen Windhoek und Rehoboth geirrt und dort gegen 23.00 Uhr von einem Lastwagen angefahren worden sei.

Wenig später sei ein Fahrer der Klä­ger mit der auf der Fahrbahn liegenden Kuh kollidiert und sein Geld­transporter bei einem anschließen­den Zusammenstoß mit einem entgegenkommenden Laster irrepara­bel beschädigt worden. Daran seien die Antragsgegner Schuld, weil sie den Grenzzaun der an der Straße gelegenen Farm von Goases nicht instand gehalten und so hätten verhindern können, dass die Kuh auf die Straße gelangen konnte.

Alternativ wirft G Four S den Beklagten vor, nicht dafür Sorge getragen zu haben, dass das Tor des eingezäunten Kamps geschlossen blieb und keine Nutztiere daraus hätten entweichen können. Ferner habe die RA versäumt, das Viehgitter an der D1320 bei Groot Aub von Sand und Geröll zu befreien. Deshalb habe es seine Funktion als Barriere für Tiere verloren und sei es dem Rind gelungen, über das Viehgitter auf die Straße zu gelangen, wo es zum Hindernis für Verkehrsteilnehmer geworden sei.

Dementsprechend seien die RA und Goases individuell und gemeinschaftlich für den Totalschaden am Geldtransporter haftbar, den die Kläger inklusive Abschleppkosten und Gebühren für einen Assessor und Unfallfachmann auf 300000 N$ beziffern. Ferner beantragt die Firma von einer Entschädigungsklage des Unternehmens WP Transport freigestellt zu werden, mit deren Lastwagen ihr Geldtransporter kollidiert war. Alternativ wollen sie Goases bzw. die RA zur Zahlung der von WP Transport geforderte Summe von 1,2 Millionen N$ verpflichten lassen, weil diese die Anwesenheit der Kuh auf der Straße und damit auch die daraus resultierende Kollision zwischen dem Geldtransporter und dem Lastwagen verschuldet hätten.

Goases weist in ihrer Klageerwiderung jegliche Schuld an dem Unfall zurück und fordert die Kläger auf, ihr diese nachzuweisen. Die RA reagiert mit Hinweis darauf, dass sie kein vertragliches Verhältnis mit Goases verbinde und sie folglich nicht für eventuelle Versäumnisse ihrerseits verantwortlich gemacht werden könne. Ferner sei sie weder für die Aufsicht von deren Vieh, noch für die Instandhaltung ihrer Zäune zuständig.

Alternativ bringt die RA vor, dass der Fahrer der Kläger haftbar sei, weil er nicht rechtzeitig gebremst habe, bzw. unvorsichtig und bei Dunkelheit mit überhöhter Geschwindigkeit auf einer Straße unterwegs gewesen sei, auf der er Tiere hätte vermuten müssen.

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