30 Juli 2020 | Leserpost

Rückmeldung: Eine stille Mahnung gegen Rassismus startet Debatte?

Betr.: „Wann ist Black Life Matter wichtig?“ (18.06)

Wir finden es verblüffend, dass diese Aktion von so vielen Seiten völlig fehlinterpretiert wird. Das Ziel der Demonstration war es, Solidarität mit den Opfern von Polizeigewalt, rassistisch motivierten Verbrechen und Rassismus allgemein zu zeigen. Weltweit und in Namibia. Jedoch war das Hauptziel, durch die Aktion eine Veränderung zu bewirken bzw. den Dialog über Rassismus in Namibia und in unserer Schule aufzugreifen und transparenter zu führen. Zudem muss noch einmal darauf hingewiesen werden, dass der stille Protest eine SCHÜLER initiative war, gestartet von den DHPS Schülerinnen Fana Metz und Temwani Bruhns.

Der Mord an George Floyd war der Auslöser vieler globaler Proteste. Jedoch sind wir der Meinung, dass der Aufstand und globale Unzufriedenheit unvermeidbar war, es wäre früher oder später gekommen. Wer glaubt, dass es hier nur um George Floyd geht, der muss sich besser informieren lassen. Hier geht es um alle Opfer und alle zukünftigen Opfer, wenn sich nichts verändert.

In Bezug auf die Kritik, die auf unsere Schule gerichtet ist, „Wo das Zeichen gegen die Farmermorde in Südafrika bleibt“ und, dass wir politisch „instrumentalisiert“ werden, sind wir ehrlich gesagt nur sprachlos. „Wird unser eigenständiges Denken beeinflusst“ ODER gefällt es Ihnen einfach nicht, was sich aus unserem eigenständigen Denken ergibt? Keiner wird an der Schule „instrumentalisiert“ oder „politisiert“ und keiner hatte je behauptet, dass die Farmermorde unwichtig seien. Das ist auch Gewalt und Verbrechen. Keiner bestreitet dies und keiner von uns hat es je bestritten. Jedoch müssen und werden wir und unsere Mitschüler uns nicht für die Aktion rechtfertigen. Sie haben die Kühnheit, uns wegen „mangelnder Aktion“ in Bezug auf gewisse Geschehen in unserem eigenen Land zu kritisieren. Haben Sie aber schon etwas unternommen? Wir sind ja hier nicht nur die einzigen in unserer Schule, in Windhoek und in Namibia, die demonstrieren können. Haben sie etwas unternommen, um sicherzustellen, dass die Probleme, die Sie bemerkt haben oder die diese Gemeinschaft betreffen, öffentlicher werden, damit andere mit Ihnen Stellung beziehen können? Richten sie ihre Frustration über die Tatsache, dass „wenig“ über solche Anliegen getan wird, nicht an uns, die Schule oder die Aktion.

Es muss klargestellt werden, dass man BLM nicht falsch verstehen soll. Black lives matter. Schwarze leben sind wichtig. Wieso führt das jetzt zu einer riesigen Debatte? Es heißt ja nicht und es wird nicht behauptet: „Black lives matter more“ oder „only black lives matter“. Nein. Sondern einfach, dass sie genauso viel wert sind wie alle anderen Menschen und deshalb auch dementsprechend behandelt werden sollen, da sie eben benachteiligt sind aus dem simplen Grund, dass sie eine andere Hautfarbe haben. Es geht um den Kampf gegen Rassismus. In diesem Fall besonders gegen die Diskriminierung und Benachteiligung der schwarzen Gemeinschaft in alle Formen. Institutionen und Personen in höheren Positionen, am Arbeitsplatz, auf dem Pausenhof und an der Straßenecke. In Bezug auf Namibia gibt es gesellschaftlich noch eine gewisse Einstellung, die auf die Kolonialzeit und Apartheid zurückzuführen ist und im Alltag noch spürbar ist.

Anmerkung zu: „Stellungnahme erwünscht“

Wie schon bereits erklärt wurde, war es eine Schüler Initiative, gestartet von Fana Metz und Temwani Bruhns, deshalb kommt der Wunsch nach einer Stellungnahme der Schulleitung uns unnötig vor. Die Schulleitung hat nichts mit den bisherigen Petitionen und Demonstrationen zu tun bzw. hatte diese nicht beeinflusst oder vorgeschlagen, sondern einfach unterstützt. Wenn es irgendwelche Fragen geben sollte oder Kritik etc., wenden Sie sich bitte an uns.

Fana Metz

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