29 August 2008 | Natur & Umwelt

Rückgang in der Viehzucht

Windhoek - Namibias dualistische Landwirtschaft ist in den kommerziellen Farmgebieten modern, gut organisiert und effizient derweil die Farmerei in den kommunalen Gebieten schwach gegliedert sei und meist nur dem Eigenverbrauch diene. "In Namibia leben 2,1 Millionen Menschen, zwei Millionen Ziegen, zwei Millionen Schafe, etwa zwei Millionen Rinder und knapp über zwei Millionen Wildtiere", sagte der Präsident des Namibia Berufsjagdverbandes (NAPHA), Diethelm Metzger, vor kurzem auf einer Konferenz für Neufarmer. Thema war die Trophäenjagd als lukrative Form der Landnutzung. 20 Prozent des in Namibia lebenden Wildes würde in staatlichen und kommunalen Naturschutzgebieten vorkommen, derweil 80 Prozent der wilden Tiere des Landes auf offenem Farmgebiet vorkommen würden. 38 Prozent Namibias sei unter intensiver Hege, so Metzger. Die staatlichen Naturschutzgebiete betragen eine Fläche von 13,7 Mio. Hektar, kommunale Hegegebiete 11,3 Mio. ha, nicht offiziell registrierte Hegegebiete auf kommerziellem Farmland 4,3 Mio. ha, Jagdfarmen 3,5 Mio. ha und private Naturschutzgebiete 1,5 Mio. ha.

In den Jahren 1971 bis 2006 seien die Zahlen von Rindern und Kleinvieh rückläufig, so der NAPHA-Präsident. Wurden vor 35 Jahren noch 1,8 Millionen Rinder auf den Weiden gefunden, so seien es vor zwei Jahren nur noch 712000 gewesen, ein Rückgang von 60 Prozent. Auch in der Kleinviehindustrie sanken die Zahlen von 4,5 Millionen im Jahre 1971 auf 2,3 Mio. im Jahre 2006, eine Abnahme von 48 Prozent. Die Vermarktung sei jedoch in der Zeitspanne mehr oder weniger gleich geblieben.

Kommerzielle Farmer erkannten den Wert des Wildes bereits Mitte der 60ger Jahre, derweil die kommunalen Farmer Mitte der 90ger durch eine neue Gesetzgebung den Wert der wilden Tiere nutzen und erkennen konnten, so Metzger. Im Jahre 2006 sei die Nutzung des Wildes für den Eigenverbrauch zurückgegangen, die Nutzung durch die Jagd und der Verkauf von Fleisch jedoch drastisch (verfünffacht) in die Höhe geschossen. Allein in den kommunalen Hegegebieten sei das Einkommen seit 1999 bis 2006 im gemeinsamen Tourismussektor (joint venture) um ein 24faches angestiegen und in der Trophäenjagd um ein 14faches. Ende 2006 seien 21 Jagdkonzessionen in 24 Hegegebieten vergeben worden.

Dem Ministerium für Umwelt und Tourismus zufolge habe sich der Bestand der Springböcke von 231000 im Jahre 1972 auf 620000 im Jahre 2005 erhöht und seien die Zahlen der Oryxantilopen in der selben Zeitspanne von 67000 auf 350000 gestiegen, so Metzger. Der Kudubestand sei von 181000 im Jahr 1972 auf 389000 im Jahr 1992 gestiegen und habe seitdem bis vor drei Jahren auf 340000 abgenommen. Auch die Zahlen der Warzenschweine seien von 86000 (1972) auf 235000 vor 16 Jahren gestiegen und danach auf 174000 (2005) gesunken. Wurden dem NAPHA-Präsidenten zufolge 1994 noch 692 Springböcke von Trophäenjägern erlegt, so waren es im Jahr 2000 bereits 1997 und fünf Jahre später insgesamt 3012. Die Zahl der Oryxantilopentrophäen stieg von 1312 (1994) auf 3315 (2000) und schließlich auf 4400 vor drei Jahren. Die Zahlen der als Trophäen erlegten Kudubullen stieg von 985 auf 2207 und letztendlich auf 3295. 1103 Warzenschweine erlegten Trophäenjäger im Jahr 1994, 1909 im Jahr 2000 und vor drei Jahren in der Trophäenjagdsaison 2005 insgesamt 3485. "Seit 1986 ist die Zahl der Jagdgäste die nach Namibia kommen stetig angestiegen und ebenso sei die Zahl der erlegten Trophäentiere gewachsen", sagte der NAPHA-Präsident.

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