29 November 2017 | Lokales

Rassismus alarmiert Walters

Ombudsmann empfiehlt Vielzahl an Maßnahmen und fordert Umdenken

Selbst 27 Jahre nach der Unabhängigkeit und ungeachtet der Politik nationaler Versöhnung sind Rassismus, Diskriminierung und Stammesdenken noch immer trauriger Teil des namibischen Alltags. Zu dieser Schlussfolgerung gelangt Ombudsmann John Walters.

Von Marc Springer, Windhoek

Er beruft sich dabei auf eine von ihm in Auftrag gegebene Untersuchung, deren Ergebnisse vergangene Woche veröffentlicht und im Parlament vorgelegt wurden. Bei der Vorstellung des Abschlussberichts kam Walters zu der „unweigerlichen Erkenntnis, dass Namiba nach wie vor eine gespaltene Nation mit weit verbreitetem Rassismus ist“.

Dies werde unter anderem im täglichen Sprachgebrauch der Einwohner deutlich, die sich gegenseitig noch immer als Baster, Owambos, Damaras etc. identifizieren, von „Behinderten, Blinden und Tauben“ sprechen und sich abfällig über sexuelle Minderheiten äußern würden. Demnach bestehe ein dringender Bedarf, sich diese oft unbewusste Form der Diskriminierung zu vergegenwärtigen und sie soweit möglich abzulegen.

Des Weiteren sei staatliche Intervention in den Bereichen erforderlich, wo Rassismus einen institutionalisierten Charakter habe, sei es am Arbeitsplatz, im Sport, Schulwesen oder bei der Gesundheitsversorgung. Demnach macht der Bericht diverse Empfehlungen dazu, wo einzelne Ministerien konkret gegen Rassismus vorgehen könnten und setzt ihnen eine Frist von sechs Monaten einen Katalog mit möglichen Maßnahmen zu erarbeiten.

Ferner rät Walters zur Gründung eines „informellen und preiswerten“ Tribunals bei dem Opfer von Diskriminierung ihre Erfahrungen schildern könnten. Dass ein solches Forum erfolgsversprechend sei, hätten die landesweiten Anhörungen zum Thema Rassismus gezeigt, bei denen zahlreiche Leidtragende zu Wort gekommen seien.

Deren Schilderungen sind Teil des Berichts und schließen alltägliche Erlebnisse wie die Darstellung ein, dass Sicherheitsbeamten bei Geschäften nie weiße Kunden durchsuchen aber Schwarze als potenzielle Ladendiebe betrachten würden. Andere Teilnehmer der Anhörungen gaben an, sie würden für dieselbe Arbeit weit weniger als weiße Kollegen verdienen und bei Beförderungen meist leer ausgehen. Wieder andere meinten, dass man in Namibia nicht ohne Beziehungen eine Job erlangen könne, es ein großes Gefälle in der Unterrichtsqualität zwischen städtischen und ländlichen Schulen gäbe, Kritiker der SWAPO bei Entwicklungs-Projekten ausgegrenzt würden und Beziehungen zwischen Paaren unterschiedlicher Rasse noch immer nicht akzeptiert seien.

Walters zufolge hätten bestehende Gesetze gegen Diskriminierung nicht dazu beigetragen, ethnisch begründete Vorurteile, Rassismus oder Diskriminierung zu bekämpfen oder gar zu beseitigen. Deshalb müsse die Zivilgesellschaft, traditionelle Führer, Gewerkschaften und Kirchen mehr dafür tun, ein Umdenken zu erzwingen. Dies sei nicht nur im Interesse Namibias erforderlich, sondern auch im Rahmen internationaler Verpflichtungen notwendig. Schließlich habe Namibia diverse Konventionen gegen Rassismus und Diskriminierung ratifiziert und müsse die darin enthaltenen Vorgaben auch erfüllen.

Dabei gelte es im Elternhaus und der Schule anzusetzen, weil Menschen nicht als Rassisten geboren, sondern zu solchen erzogen würden.

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