16 April 2018 | Natur & Umwelt

Pyrolyse statt Kippen

Durch Vergasung soll aus Müll Energie werden

In einem Gespräch mit Professor Frank-Michael Adam der namibischen Universität (UNAM) berichtet dieser von bestehender Technologie, die aus dem gesamten Müll Namibias eine Energieversorgung von nahezu 250 MW schaffen kann. Den betroffenen Stadträten und Ministerien Namibias liegt das Konzept seit einiger Zeit vor.

Von Frank Steffen, Windhoek

Der Stadtrat Windhoeks hat die Medien in dieser Woche zu einer Pressekonferenz eingeladen. Hintergrund ist die Müllhalde der Stadt, die als Teil der landesweiten Müllkippen, unlängst von Umweltminister Pohamba Shifeta kritisiert wurden, da sie weder den Vorgaben des Umweltministeriums (MET) entsprechen, noch jemals von diesem gutgeheißen wurden.

In dieser Zeit kündigte der Chef der Windhoeker Stadtplanung, Ludwig Narib, an, dass die bestehende Kupferberg-Deponie nur noch eine begrenzte Lebensdauer hat und daher mit einer neuen Müllkippe zum Kostenpunkt von 250 Millionen N$ ersetzt werden muss. Außerdem hatte die Stadt im Dezember 2017 eine neue Verbrennungsanlage vorgestellt - bestehend aus einem Autoklav und einem danebengelegenen Abfallverbrennungsofen -, die seit März 2018 in Betrieb sein sollte.

Dabei sind diese Entwicklungen (und Kosten) scheinbar unnötig, denn seit geraumer Zeit liegt allen betroffenen Ministerien und Stadträten ein Konzept vor, wodurch der gesamte Müll Namibias (inklusive alter Deponien) entsorgt werden könnte. „Beim Einsatz des Pyrolyse-Konzepts vergast man regelrecht den gesamten Müll in thermo-chemischen Reaktoren, die je 100 Tonnen Müll pro Tag verbrennen können und dabei 6 MW Strom generieren. Das reicht in Namibia für etwa 30000 Personen pro Generator“, erklärt Professor Adam und erwartet damit monatlich 200 MW bis 250 MW Strom im Lande erzeugen zu können. Die Pyrolyse oder pyrolytische Zersetzung ist eine thermo-chemische Spaltung organischer Verbindungen bei extremen Temperaturen ohne zusätzlich zugeführten Sauerstoff.

Das vorliegende Konzept ist umweltfreundlich, erzeugt dauerhaft billigeren Strom und schafft Arbeitsstellen. Da sich die Anlagen aus mobilen, modularen Einheiten zusammenstellen, können sie auf Dauer an die entsprechenden Brennpunkte verlegt werden.

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