17 Februar 2021 | Politik

Proteste gegen Air-Namibia-Auflösung

Namibia wird Ingenieure und Piloten verlieren

Der Widerstand gegen die Auflösung der insolventen Fluggesellschaft Air Namibia steigt weiter: Heute sollen Massenproteste in Windhoek stattfinden. Inzwischen haben auch der Ingenieursverband und die Partei IPC Entscheidungsträger aufgerufen, die Liquidierung rückgängig zu machen.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek

Rettet unseren nationalen Stolz: Die Lehrergewerkschaft TUCNA ruft heute zum Massenprotest gegen die Auflösung der Fluggesellschaft Air Namibia auf. Start ist das TUCNA-Hauptbüro im Stadtteil Khomasdal, der Protest soll beim Parlamentsgarten enden. Eine Zeit hat TUCNA allerdings nicht angegeben. Zugleich hat die Gewerkschaft NUNW „alle namibischen Arbeiter und friedliebenden Namibier“ zum Protest aufgerufen. Der Beginn ist um 9 Uhr beim NUNW-Hauptbüro.

Zur gleichen Zeit hat sich jetzt der namibische Ingenieursverband (NASE) sämtlichen anderen Organisationen und Gewerkschaften angeschlossen und Präsident Hage Geingob aufgefordert, die Auflösung von Air Namibia zu stoppen. Diese Maßnahme werde weitreichende Auswirkungen auf den Maschinenbausektor haben und Namibias Hoffnung zerstören, in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik einmal führend zu sein, heißt es in einem an Geingob gerichteten Schreiben. Laut NASE gibt es mindestens 30 Ingenieure und Techniker, die in den Bereichen Luftfahrttechnik und Flugzeugwartungstechnik spezialisiert sind und nach der Auflösung der Fluggesellschaft ihre Arbeit verlieren. Viele dieser Ingenieure seien lediglich auf die Wartung bestimmter Flugzeuge spezialisiert.

Finanzminister Iipumbu Shiimi und Leon Jooste, Minister für Staatsunternehmen, hatten in der vergangenen Woche die endgültige Auflösung von Air Namibia angekündigt, nachdem „alle möglichen Alternativen erschöpft wurden“. Laut Jooste war die Fluggesellschaft noch nie rentabel - die Regierung habe bis dato Rettungspakete in Höhe von mehr als elf Mrd. N$ in die Gesellschaft gesteckt (AZ berichtete). „In den vergangenen zehn Jahren war klar, dass Air Namibia die Stürme einer kompromittierten Regierungsführung, interner Ineffizienz, einer wachsenden Schuldenlast, einer globalen Finanzkrise und einer systematischen Vernachlässigung der wichtigsten Infrastruktur nicht überleben würde“, teilte die Partei Independent Patriots for Change (IPC) daraufhin schriftlich mit. Die Ankündigung der Auflösung sei daher alles andere als „unvermeidlich“ gewesen.

IPC schließt sich nun den Auflösungsgegnern an - eine Liquidierung werde nicht „geduldet“. Unter anderem werde das Land Fachkräfte verlieren, zugleich sei es auch schwer, Investoren ohne eine nationale Fluglinie zu locken. Aus diesem Grund präsentiert die Partei Alternativen: Zunächst müsse die Regierung auf eine öffentliche private Partnerschaft (PPP) eingehen. Ferner müssten nationale und regionale Flüge ausgeweitet werden. Um die schwache Bilanz zu stärken, könnten die Windhoek-Frankfurt-Route eingestellt und zwei geleaste A330-Flieger entweder „zurückgegeben oder weitergeleased“ werden. Außerdem könnten die A319-Flieger mit kleineren, effizienteren Flugzeugen ersetzt und Aktien an Privatunternehmen verkauft werden. „Mit solchen und anderen Maßnahmen könnte Air Namibia binnen drei Jahren die Gewinnzone erreichen und ab 2025 profitabel sein“, hieß es.

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