12 Juni 2020 | Angeln

Produktionsniveau reduziert

Neues Schichtsystem im Fischereisektor ist nicht nachhaltig

Der Fischereisektor ist eines der wenigen Wirtschaftssektoren in Namibia, in denen es wegen der Folgen der Corona-Krise bisher kaum Jobverluste gegeben hat. Allerdings kann sich dies bald ändern: das Produktionsniveau wurde reduziert – langfristig ist dies nicht nachhaltig.

Von Erwin Leuschner

Swakopmund/Walvis Bay

Vor wenigen Monaten wurde in der Fischereiindustrie die Produktion komplett gestoppt, nun liegt der Unternehmensdurchsatz bei nur noch 66 Prozent des normalen Niveaus. „Diese geringe Leistung kann aber schon bald Probleme verursachen“, sagte Ivory Uirab vom Ministerium für Fischerei und Marineressourcen vor kurzem in Swakopmund. Uirab war vom Erongo-Gouverneur Neville Andre eingeladen worden und gab einen kurzen Überblick über diese Branche.

Demnach habe es in der Fischereiindustrie zum Ende des Monats März mehrere Herausforderungen gegeben. „Als zum ersten Mal die landesweite Ausgangs- bzw. Reisebeschränkung eingeführt wurde, wurden alle Fischtrawler zurück zum Hafen gerufen und die Produktion wurde eingestellt“, sagte er. Dies habe gleich mehrere Herausforderungen mit sich gebracht, besonders im Hafen von Walvis Bay, in dem es nicht ausreichend Anlegestellen für alle Trawler gegeben habe, derweil zusätzlich ausländische Schiffe nicht hätten abfahren können. Der Hafen sei derart überlastet gewesen, dass es kaum Platz für namibische Trawler gegeben habe.

Erst nach der Lockerung des strengen Lockdown von Stufe 1 auf Stufe 2 seien Schiffe wieder zur See gefahren und die Fabriken hätten wieder den Betrieb aufgenommen. Allerdings sei in den Fischfabriken ein neues, reduziertes Schichtsystem eingeführt worden, was den Produktionsfluss deutlich beeinträchtigt habe.

„Der reduzierte Betrieb ist langfristig nicht nachhaltig“, sagte Herman Theron, Geschäftsführer des O&L-Tochterunternehmens Hangana Seafood auf Nachfrage der AZ. Ihm zufolge wurde nach dem Produktionsstopp die Fischerei erst Mitte April als wesentlicher Dienstleister eingestuft. Allerdings sei mit der Gewerkschaft vereinbart worden, dass statt zwei Neun-Stunden-Schichten nun drei 6.15-Stunden-Schichten eingeführt werden müssten. Mitarbeiter würden somit sechs Stunden am Stück arbeiten, aber weiterhin für eine neun-Stunden-Schicht vergütet. „Die kürzere Arbeitszeit führte zu einem Rückgang bei der Produktion von rund 33 Prozent“, sagte er und ergänzte: „Das Ergebnis ist ein geringerer Durchsatz bei den gleichen Kosten, was sich erheblich negativ auf den Betrieb auswirkt.“

Diese nicht nachhaltige Situation werde ferner durch die obligatorische Schließung der Fischerei im Oktober verschärft. „Das wird sich zusätzlich negativ auf den Betrieb auswirken. Die Branche ist sich ohnehin auch nicht sicher, wie das neueste Update zur Quotensituation aussieht“, so der Hangana-Geschäftsführer.

Gleiche Nachricht

 

Neue Exportmöglichkeiten für Namibia

vor 2 wochen - 18 November 2020 | Angeln

Von Frank Steffen, Windhoek Laut einer Pressemitteilung des Marine Stewardship Councils (MSC) wird Namibia erst als zweites Land in Afrika eine MSC-Zertifizierung ausgestellt. Dies sei...

Minister gesteht Fehler bei Fischauktion ein

vor 1 monat - 08 Oktober 2020 | Angeln

Windhoek (bw) - Finanzminister Ipumbu Shiimi hat im Parlament Pannen und Fehler bei der enttäuschenden Versteigerung von Fischfangquoten eingestanden. Er und Fischereiminister Albert Kawana würden...

Fishcor droht Nachspiel im Gericht

vor 2 monaten - 24 September 2020 | Angeln

Von R. Rademeyer und F. Steffen, Windhoek Der Fischrot-Skandal hatte dazu geführt, dass der Staat unlängst mithilfe eines Gerichtsurteils kurzerhand ein Abkommen zwischen dem in...

Quoten-Auktion generiert ein Vermögen

vor 3 monaten - 31 August 2020 | Angeln

Swakopmund/Windhoek (er) - Die Regierung hat bei der kontroversen Versteigerung von Fischfangquoten knapp 630 Millionen Namibia-Dollar eingenommen - dieser Betrag ist fast doppelt so hoch,...

Minister erklärt Quoten-Auktion

vor 3 monaten - 24 August 2020 | Angeln

Windhoek (cev) – Die Fischfangquoten werden nicht nur versteigert, um Medizin und Gesundheitsprogramme zu finanzieren, sondern um allgemein die Regierung im Kampf gegen die Covid-19-Pandemie...

„Schnell Devisen verdienen“

vor 3 monaten - 14 August 2020 | Angeln

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Windhoek Die Versteigerung von Fischfangquoten, die der Regierung als Option zustehen, wird keinen zweiten Fishrot-Korruptionsskandal auslösen und erfolgt ferner nach Gesprächen mit...

Fisch wird jetzt versteigert

vor 3 monaten - 11 August 2020 | Angeln

Von Frank Steffen, Windhoek Auf Nachfrage des Vorsitzenden des Dachverbandes der Namibischen Fischereiverbände (Confederation of Namibian Fishing Associations, CNFA), Matti Amukwa, gab der namibische Fischereiminister,...

Bedenken über Crew-Wechsel

vor 4 monaten - 14 Juli 2020 | Angeln

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Walvis Bay „Liebe Walvis Bayer. Wir sind auf uns allein gestellt. Das Regime kümmert sich nicht um uns, weil ihr finanzielles Interesse...

Kawana will Fischbestände neu erfassen

vor 5 monaten - 25 Juni 2020 | Angeln

Windhoek (ste) - Der namibische Fischereiminister Albert Kawana tritt ein schweres Erbe an, nachdem er den der Korruption bezichtigten Bernhard Esau ab dem 13. November...

Großfang von Galjoen löst Kritik aus

vor 5 monaten - 22 Juni 2020 | Angeln

Swakopmund/Henties Bay (NMH/er) - Ein Foto von hunderten Galjoen, die von Mitgliedern des Hanganeni Fischereiverbandes für Freischafende (Hanganeni Artisanal Fishing Association, AFA) gefangen wurden und...