31 Mai 2019 | Meinung & Kommentare

Problem mit kaum Beachtung

Beim Supermarkt um die Ecke stehen sie im Regal und jeder kann sie kaufen: Binden und Tampons sind für die meisten unserer Leser(innen) eine Selbstverständlichkeit. Doch gerade in Entwicklungsländern mangelt es bei der Menstruationshygiene sowohl an Aufklärung als auch am Zugang zu Sanitärprodukten – und Namibia ist da keine Ausnahme.

Vor allem in ländlichen Regionen sind viele Mädchen und junge Frauen auf sich allein gestellt. Der nächste Laden ist zu Fuß meist nicht zu erreichen. Es fehlt an Aufklärung und Bewusstsein, in der patriarchischen Familienstruktur wird über ein solches Tabuthema nicht gesprochen und meist ist Privatsphäre ein Fremdwort. Zudem fehlt vielen Menschen einfach das Geld für solche Produkte.

Mädchen, die unter diesen Umständen ihre Periode haben, aber der Blutung nicht entgegen wirken können, ziehen sich dann oft zurück, bleiben der Schule fern, bis sie den Unterricht nicht mehr aufholen können und in manchen Fällen deshalb die Schule sogar abbrechen. Davon ist in Namibia offiziellen Angaben zufolge jede zehnte Schülerin betroffen. Andere junge Frauen improvisieren und behelfen sich mit mehreren Lagen Unterwäsche, Stofffetzen oder sogar Zeitungspapier, was mit zusätzlichen Risiken und Unannehmlichkeiten verbunden ist.

Glücklicherweise gibt es immer mehr Interessenvertreter, die der Stigmatisierung entgegen treten und jungen Namibierinnen den Rücken stärken. Und es ist wichtig, dass Frauen offen darüber sprechen können und sich auch Männer beteiligen. Denn die Aufklärung rund um Themen wie Monatshygiene sowie gynäkologische Gesundheit, und die Enttabuisierung des Themas Menstruation spielen eine überaus wichtige Rolle, die weibliche Bevölkerung in Ländern wie Namibia kulturell, politisch, sozial und wirtschaftlich zu befähigen.

Ohne eine echte und wahre Emanzipation der namibischen Frau wird der Traum einer entwickelten, funktionierenden und wohlhabenden Gesellschaft immer nur eine Vision bleiben.



Clemens von Alten

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