25 Juni 2021 | Gesellschaft

Pride Month in Windhoek

Zum gesellschaftlichen Auftrag eines Café

Windhoek (nve) Weltweit finden jährlich im Juni Straßenparaden als Protest gegen die Diskriminierung der LGBTQI+ Gemeinschaft statt. Bei den Veranstaltungen, die sich in Regenbogenfarben hüllen, geht es um die Wertschätzung von Vielfalt. Obwohl die COVID-Restriktionen in Namibia dieses Jahr keine große Straßenparade („Pride Parade”) zulassen, gibt es in Windhoek eine lebendige Szene.

Die wichtige Botschaft könne auch ohne Marsch durch den anhaltenden Dialog über Diskriminierungsfragen transportiert werden, meint Johnathan Fong, Besitzer und Betreiber des Café Prestige in Windhoek. Gemeinsam mit seinem Patner hat der gebürtige Kanadier 2019 mit seinem Lokal einen sicheren Raum für queere Gäste geschaffen - oder generell für marginalisierte Gruppen der Gesellschaft, wie er sagt. Queer ist dabei ein Sammelbegriff für alle non-normativen Sexualitäten und Geschlechter.

Mittlerweile habe sich das Prestige als Treffpunkt der LGBTQI+ Gemeinschaft etabliert. Fong und seinem Partner gehe es darum, für Sichtbarkeit zu sorgen, sich nicht zu verstecken, verrät er im Interview mit der AZ. Er habe das Gefühl, dass die Gesellschaft dieses Sprachrohr gerade jetzt braucht, wenn Themen wie Frauenrechte und Gewalt gegen Randgruppen mehr und mehr diskutiert werden. „Die Community hat einfach genug”, meint er und ergänzt, es brauche Orte wie sein Café, um das diskriminierungsfreie Zusammenkommen zu ermöglichen. Was das moderne Lokal neben gutem Kaffee ausmacht, ist also die öffentliche Kommunikation eines sozialen Auftrags. Dazu gehören auch regelmäßige Drag-Queen-Abende, entsprechend politische Kunstausstellungen und geplante Film-Screenings im Lokal. Diese aktive, öffentliche Präsentation von queeren Künstlerinnen und Künstlern ist in Windhoek noch sehr neu. Vieles passierte bisher im Verborgenen. „Viele trauen sich nicht, laut auszusprechen, wofür sie stehen”, so Fong. Es darf nicht vergessen werden, dass in Namibia nach wie vor das sogenannte Sodomie-Gesetz gilt. Gleichgeschlechtlicher Sex zwischen Männern ist damit rechtlich verboten. Doch gerade innerhalb der letzten zwei Jahre seien Organisationen wie das „Trans Intersex and Androgynous Movement”, das „Namibia Equal Rights Movement” und „Out Right Namibia” aktiv geworden.

Gefragt nach negativen Rückmeldungen zur Ausrichtung seines Lokals, meint er: „Ja, wir haben Kritik erfahren, aber das müssen wir akzeptieren, um von der Stelle zu kommen.” Damit meint er, dass Aktivismus für eine Sache nicht immer unterstützt wird, es lohne sich aber, wenn man die Situation verbessern kann. „Ich komme aus Toronto, einer liberalen Großstadt”, betont Fong, „meine Erfahrungen hier sind andere, als die in meiner Heimat, wo es eine große LGBTQI+Szene gibt.” Von außen kommend wäre es leichter, sich mit seinen Einstellungen zu behaupten. Laut Fong steht nicht in Frage, dass es enorm wichtig ist, unterdrückten Gruppen Verbündete in Form von Unternehmen zur Seite zu stellen, damit ihre Stimme gehört werden kann. Das will das Café Prestige mit seinem inklusiven Engagement erreichen.

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