29 Mai 2019 | Politik

Potential bisher ungenutzt

Tansanias Staatschef Magufuli von Beziehung zu Namibia enttäuscht

Der tansanische Staatschef ist von den wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Namibia und seiner Heimat enttäuscht und wünscht sich eine engere bilaterale Kooperation. Dem stimmt sein namibischer Amtskollege zu: Das Wirtschaftspotenzial ist „immens“ und weitgehend ungenutzt.

Von Nampa und Clemens von Alten, Windhoek

Tansanias Staatsoberhaupt John Magufuli ist am Montag für einen zweitägigen Staatsbesuch angereist und wurde von dem namibischen Präsidenten Hage Geingob im Windhoeker Staatshaus empfangen. Zunächst fanden bilaterale Gespräche über die Frage statt, wie man die schleppende Wirtschaftsbeziehung der beiden Länder ausbauen könne.

Trotz einer „langwierigen gemeinsamen Geschichte“, sei Namibias und Tansanias zwischenstaatliche Kooperation „nicht sehr gut“ – da waren sich die beiden Staatschefs einig. Laut Geingob gibt es ein „immenses ungenutzes Potenzial“, das ausgeschöpft werden könne. Im Rahmen des Treffens wurden unter anderem Handel, Kunst und Kultur, Landwirtschaft, Fischerei und Bergbau angesprochen. Dabei betonte der namibische Präsident, dass gerade ein größerer Fokus auf ganze Wertschöpfungsketten zu mehr Entwicklung und Wachstum führen könne.

Vor diesem Hintergrund kam Namibias Landwirtschaftssektor zur Sprache, der für „Rindfleisch, Fisch, Datteln, Trauben und Salz“ bekannt sei, während Tansania dank „seiner bildschönen Landschaft und seines guten Rufs als das beliebteste Reiseziel Afrikas“ gelte. „Es ist unglaublich wichtig, dass beide unsere Länder, ihre Erfahrungen in diesen Wirtschaftssektoren austauschen, und versuchen die Erfolgsrezepte auch in anderen Bereichen anzuwenden“, so Geingob.

Sein tansanischer Amtskollege äußerte sich enttäuscht über die bestehende Beziehung zwischen seiner Heimat und Namibia. „Wir müssen unsere Bemühungen verdoppeln, das Wirtschaftsumfeld in beiden Ländern verbessern und auch alle Investitions- und Handelsbarrieren abschaffen“, betonte Magufuli. Der Präsidenten aus Ostafrika ist in erster Linie mit dem „geringen“ bilateralen Handel unzufrieden, der sich gerademal auf umgerechnet knapp 187 Millionen Namibia-Dollar belaufe. „Ferner wurde ich informiert, dass in Tansania nur zwei namibische Investitionen im Wert von 12,96 Millionen US-Dollar (ca. 186,6 Millionen Namibia-Dollar) registriert sind, die zudem nur 128 Menschen beschäftigen“, so Magufuli, der hofft, dass sein Besuch die wirtschaftliche Kooperation zwischen den beiden Ländern ankurbeln wird.

Am Nachmittag wohnte der tansanische Präsident auch der Umbenennung der Lazarettstraße in Julius-K.-Nyerere-Straße bei, und am Abend folgte ein Bankettessen. Bei dem Diner unterstrich Geingob, dass der ostafrikanische Staat allen Freiheitsbewegungen im südlichen Afrika eine Grundlage geboten habe. Ebenso betonte der namibische Präsident, der zugleich auch Vorsitzender der SADC-Staatengemeinschaft ist, die kontinentale Agenda 2063 der Afrikanischen Union (AU): „Die Vision von dem Afrika, das wir haben wollen, ist erreichbar.“ Dazu müsse allerdings der gesamte Kontinent an einem Strang ziehen. Um dieses Ziel zu erreichen, schlug Geingob vor, das „Feuer des Panafrikanismus wieder entfachen“, das bereits dem „Befreiungskampf den Weg zur Unabhängigkeit gezeigt“ habe.

Gleiche Nachricht

 

Ausgebildete Tierärzte weiter ohne Arbeit

vor 23 stunden | Politik

Studenten der namibischen Universität, die als erster Jahrgang ihren Bachelorabschluss in Tiermedizin absolviert haben, werfen der Regierung vor, nicht genügend Arbeitsmöglichkeiten für sie zu schaffen....

China drückt Sicherheitsgesetz für Hongkong durch

vor 2 tagen - 30 Juni 2020 | Politik

Peking/Hongkong/Washington (dpa) - Ungeachtet weltweiter Kritik hat China nach Medienberichten das kontroverse Gesetz zum Schutz der nationalen Sicherheit in Hongkong erlassen. Der Ständige Ausschuss des...

Katastrophenmanagement wird jetzt akut

vor 2 tagen - 30 Juni 2020 | Politik

Während der achten Kabinettssitzung des Jahres, berieten sich die Minister über den Bericht zur Umsetzung der Empfehlungen für die Kapazitätsbewertung des nationalen Katastrophen-Risikomanagementplanes für...

Keine Kabinetts-Information

1 woche her - 25 Juni 2020 | Politik

Windhoek (ste) • Die Zivilgesellschaftsorganisation ACTION (Access to Information Namibia), von der das namibische Redakteursforum EFN eine Mitgliedsorganisation ist, hat nach Beratung mit der Justizfachkraft...

Keine Kabinetts-Information

1 woche her - 23 Juni 2020 | Politik

Windhoek (ste) - Die dem Parlament vorgelegte Gesetzvorlage für den Zugang zu Information wird von der Regierung als allumfassender Entwurf angesehen und soll als solches...

ECN: Wiedereinführung manueller Stimmzettel

1 woche her - 22 Juni 2020 | Politik

Windhoek (sb) - Am Freitag fand eine Pressekonferenz der Wahlkommission ECN statt, die über das weitere Verfahren bei den Kommunalwahlen Ende des Jahres aufklären wollte....

„Widerwärtige Symbole“

1 woche her - 22 Juni 2020 | Politik

Von Frank SteffenWindhoek Die Vereinigung für die traditionelle Führung der Nama und die Kommunalverwaltung der Herero, verkündeten am Wochenende in einer gemeinsamen Erklärung, die sie...

Nationale Versöhnung im Fokus

1 woche her - 22 Juni 2020 | Politik

Windhoek (bw) • Der Antrag von SWANU-Präsident Tangeni Iiyambo, die Nationalversammlung möge über die Politik der nationalen Versöhnung debattieren, erfreute sich reger Beteiligung. Er erinnerte...

Bezirksentwicklungsfonds bleibt weiterhin Wunschdenken

1 woche her - 19 Juni 2020 | Politik

„Die Initiative des Nationalrats, die eine Verabschiedung eines Gesetzes für die Gründung eines Bezirksentwicklungsfonds vorsieht, genießt Vorrang. Der Gesetzentwurf wurde während einer Kabinettssitzung im Jahr...

Suspendierte Stadtdirektorin kehrt zurück

1 woche her - 19 Juni 2020 | Politik

Windhoek (jms/sb) • Die im Januar suspendierte Stadtdirektorin von Okahandja, Martha Mutilifa, darf in diesem Monat zurück ins Amt kehren. Mutilifa, die während ihrer sechsmonatigen...