28 März 2018 | Lokales

Polizeichef wird suspendiert

Kanime soll Rechenschaft für illegitime Ausgaben ablegen

Ein Gerücht in den elektronischen Medien am frühen Montagabend entpuppt sich als Tatsache: Der Windhoeker Polizeichef Abraham Kanime wurde von Stadtdirektor Robert Kahimise suspendiert, nachdem Bücherrevisoren angebliche Unregelmäßigkeiten in der Buchhaltung entdeckt habe wollen.

Von Frank Steffen, Windhoek

Bei einer zum gestrigen Nachmittag dringend von Stadtdirektor Robert Kahimise anberaumten Pressekonferenz bestätigte dieser der Presse, dass Abraham Kanime, der Chef der Windhoeker Stadtpolizei (City Police), am Montagnachmittag nach der Mittagspause vom Dienst suspendiert wurde. „Normalerweise werden Personalangelegenheiten nicht mit der Öffentlichkeit besprochen. Ich habe aber persönlich und unter größter Geheimhaltung das vertrauliche Schreiben an Polizeichef Kanime überhändigt und musste feststellen, dass das Dokument bereits eine Stunde später in den elektronischen Medien kursierte. Dadurch entstand ein Klärungsbedarf“, erklärte der Stadtdirektor.

Keine persönlichen Differenzen

Kahimise betonte immer wieder, dass er - entgegen der geäußerten Meinung gewisser Medienvertreter - keine persönlichen Differenzen mit Kanime gehabt habe. Der oberste Stadtpolizist sei gemäß städtischer Verordnungen am Montag mit sofortiger Wirkung in den Zwangsurlaub geschickt worden, nachdem eine erste Rechnungskontrolle seitens der Buchprüfer wesentliche Diskrepanzen hinsichtlich gewisser Ausgaben aufgedeckt haben soll. „Wir sind Beamte, die mit öffentlichen Geldern arbeiten und deswegen dem Steuerzahler Rechenschaft schuldig sind. Wenn die Auditoren eventuelle Unregelmäßigkeiten aufdecken - in diesem Falle scheinbar ungeklärte oder unerlaubte Ausgaben - dann stehen wir in der Pflicht die zuständigen Personen zur Rechenschaft zu ziehen. Die Suspendierung ermöglicht uns den Fall ordentlich zu untersuchen und je nach Ergebnis, Polizeichef Kanime sofort wieder einzustellen oder ein Disziplinarverfahren einzuleiten“, gab Kahimise ferner bekannt.

Er sei nicht imstande mehr dazu zu sagen, da dies nicht dem Werdegang eines solchen Prozesses entspreche. Letztendlich sei Kanime noch nicht irgendeines Vergehens für schuldig befunden worden. In Kahimises Brief an Kanime, hatte er letzteren dazu aufgefordert, sämtliche Schlüssel und Dienstausweise an die Stadt auszuhändigen. Kanime wurde ferner empfohlen den Büros fernzubleiben und verboten Kontakt mit seinen Kollegen aufzunehmen, bis die Untersuchung abgeschlossen sei. Er habe aber auf Abruf zu stehen.

Indessen wird Kahimise vorläufig von Senior-Superintendent Nathaniel Nendongo abgelöst und warnt Kahimise kriminelle Elemente vor der Annahme nun tun und lassen zu können was sie wollen.

Anspruch auf volles Gehalt

Nachdem Kanime anfangs ohne Gehaltsanspruch suspendiert wurde, hielt der Stadtrat am Montag eine Notversammlung ab, während der der Stadtrat die Bedingungen änderte. Demnach darf Kanime nun doch sein volles Gehalt beziehen. Diese Änderung akzeptiert Kahimise und erkennt darin auch nichts Abartiges: „Die Suspendierung ist eine Standard-Dokumentvorlage, die auch auf mich zutreffen würde, wenn ich suspendiert werden würde. Danach bekommt der Beschuldigte ein Recht auf eine Gegendarstellung und darf somit einen fortgesetzten Gehaltsempfang motivieren. Das hat Polizeichef noch am selben Abend getan und das geht in Ordnung so.“

Vorwürfe noch nicht eindeutig

Indessen erklärte Kanime auf Nachfrage einer NMH-Mitarbeiterin hin, dass er noch keine Anklageschrift erhalten habe. Laut Kahimise hat die Stadt in der Tat bisher lediglich die schriftliche Suspendierung an Kanime kommuniziert und nun soll eine gründliche Untersuchung durchgeführt werden, welches zu formellen Vorwürfen führen könne. Auf AZ-Nachfrage sprach er die Hoffnung aus, dass der gesamte Prozess frühestens binnen einem Monat und spätestens in zwei Monaten abgehandelt werden kann „aber das liegt natürlich nicht nur an mir und kommt darauf an, ob sich der Polizeichef überhaupt verantworten muss!“

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