01 Juli 2020 | Polizei & Gericht

Polizei sichert Pseudomittel

Walvis Bayer Behörden beschlagnahmen COVID-19-„Präventionstee“

Die Walvis Bayer Polizei hat während einer Razzia in chinesischen Geschäften überteuerten und vor allem illegalen Coronavirus-„Präventionstee“ sichergestellt. Das traditionelle, als Heilmittel verkaufte Aufgussgetränk hat angesichts der steigenden Anzahl COVID-19-Fälle großen Anklang gefunden.

Von Erwin Leuschner, Swakopmund/Walvis Bay

„Es ist eindeutig ein Fall der Ausbeutung und Erpressung, und wird nicht geduldet“, sagte Knowledge Ipinge, Regionalratsmitglied für den Wahlkreis Walvis Bay (Stadt), gestern im Gespräch mit der AZ. „Es muss sich um ein Syndikat handeln, da dieser Tee ohne Zweifel landesweit verkauft wird.“

Iipinge wurde laut eigener Aussage von Einwohnern aus Walvis Bay auf den Verkauf des traditionellen chinesischen Mittels aufmerksam gemacht. Er habe sich bei einem chinesischen Geschäft als Kunde ausgegeben und den Tee gekauft – ein Paket koste 400 Namibia-Dollar und enthalte sieben Teebeutel, die mit einem nicht identifizierten Inhalt gefüllt seien. Das Paket sei mit einem Aufkleber versehen, auf dem „2020-nCOV Prevention Prescription“ steht.

Der chinesische Händler, der lediglich als Simon bekannt sei, habe Ipinge ein Pamphlet überreicht, auf dem es heißt, der Tee enthalte die „Lebensenergie Qi“ und vertreibe „böse Geister“. Zudem soll das Mittel „die Immunität stärken und im Körper die Balance zwischen Yin und Yang wiederherstellen“. Es würde sich somit nicht nur um ein Präventivmittel gegen COVID-19 handeln, sondern könne bei sämtlichen Virusinfektionen und Grippe-Symptomen angewandt werden. „Während der Pandemie in China wurde folgendes festgestellt: Desto früher diese traditionelle chinesische Medizin eingenommen wird, desto besser ist die Wirkung Effekt“, heißt es auf dem Informationsblatt. Das Produkt könne bei der chinesischen natürlichen Kräuter- und Gesundheit-Klinik in Windhoek bestellt werden.

„Nachdem ich das Paket gekauft hatte, habe ich die Polizei und den Gouverneur eingeschaltet“, sagte Ipinge. „Als wir das Geschäft durchsucht haben, hat der chinesische Inhaber eine vollständige persönliche Schutzausrüstung getragen, was doch beweist, dass der Tee nicht wirken kann“, sagte der Politiker, der im Geschäft ein Register entdeckt habe. „Darin ist zu erkennen, dass eine große Menge des Tees verkauft wurde und viele Einwohner eine Bestellung abgegeben haben“, so Ipinge.

Der Regionalkommandant der Erongo-Polizei, Andreas Nelumbo, sagte auf AZ-Nachfrage, dass Einsatzkräfte bei zwei chinesischen Läden in dem Stadtteil Kuisebmond und einem weiteren Geschäft im Industrieviertel den Tee sichergestellt habe. „Die sichergestellte Ware wird an das forensische Polizeilabor geschickt, wo der Inhalt untersucht wird, um festzustellen, ob darin illegale, verbotene oder schädliche Substanzen enthalten sind“, sagte Nelumbo. „Wir untersuchen auch, ob das Produkt illegal importiert wurde.“

Der Gesundheitschef der Erongo-Region, Dr. Amir Shaker, sagte gestern im Gespräch mit der AZ, dass der Tee nicht als Heilmittel vom Gesundheitsministerium gutgeheißen worden sei, was für Medikamente die Norm sei. „Außerdem wissen wir nicht, was das Produkt enthält“, sagte er.

Indes ist die Anzahl COVID-19-Fälle in Namibia auch gestern weiter gestiegen. Laut Gesundheitsminister Dr. Kalumbi Shangula wurden am Morgen sieben neue Fälle in Walvis Bay verzeichnet – die Anzahl Infektionen in Namibia hat somit die 200-Marke durchbrochen. Von den insgesamt 203 bestätigten Fällen in Namibia gelten 24 als genesen und 179 als aktiv.

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