22 November 2017 | Meinung & Kommentare

Polizei mit Licht und Schatten

Noch am gleichen Tag des spektakulären Überfalls auf einen Geldtransporter werden sechs Verdächtige festgenommen. Indes überschlägt sich ein NamPol-Bus auf gerader Strecke ohne Fremdeinwirkung, und aus dem Fahrzeug purzeln nicht nur Menschen, sondern auch Fleisch von Wildtieren. Beide Fälle haben innerhalb von einer Woche für Schlagzeilen gesorgt. Und sie haben uns vor Augen geführt, wie groß die Kluft bei der Polizei sein kann.

Es scheint so, als hat die Polizei bei Schwerverbrechen ein glückliches Händchen. Sehr oft werden Mörder, Vergewaltiger und Beteiligte an (bewaffneten) Raubüberfällen schnell gefasst. Dafür gebührt der Polizei großer Dank! Dagegen scheinen beispielsweise Vieh- und Wilddiebstahl, grobe Verstöße gegen die Verkehrsregeln sowie Haus- und Fahrzeugeinbrüche schon salonfähig zu sein. Der aktuelle Fall ist die Krönung: Ein betrunkener Polizist hat in einem Dienstwagen gestohlenes Fleich transportiert. Dieser Fall ist besonders bitter, weil er deutlich macht, dass gerade die Ordnungshüter, die ein Vorbild sein sollten, bei unzähligen Beispielen genau das (vor-)machen, woran unsere Gesellschaft krankt: Der Mangel an Respekt, Moral und (Dienst-)Ethik ist auch bei Uniformierten verbreitet. Nicht bei allen und nicht so schlimm wie in diesem Fall, aber auch kleine und wiederholte Verfehlungen zeichnen in der Gesamtheit ein negatives Bild.

Wir bekommen die Widersprüche jeden Tag zu spüren: durch Desinteressierte an den Straßensperren, verspätetes Eintreffen am Einsatzort oder Inkompetenz am Schalter der Polizeiwache. Das alles ist nicht richtig, aber vermeidbar. Lassen sich die Unterschiede jemals überwinden?

Stefan Fischer

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