10 Februar 2020 | Polizei & Gericht

Polizei beschlagnahmt Samherji-Kutter

Gewerkschaft will isländisches Fischereiunternehmen zu Verhandlungen zwingen

Die Polizei hat einen Kutter des isländischen Fischereiunternehmens Samherji beschlagnahmt, dass zwischen 2014 und 2019 rund 130 Millionen N$ Schmiergeld an sechs wegen Korruption, Betrug, Geldwäsche und Steuerhinterziehung angeklagte Beschuldigte gezahlt und sich damit lukrative Fischfangquoten in Namibia gesichert haben soll.


Von L. Louw, M. Springer

Wie der Leiter der zuständigen Ermittlungsabteilung der Polizei, Nelius Becker, auf Anfrage bestätigte, sei der Kutter Heinaste auf Grundlage des Gesetzes gegen organisierte Kriminalität (Prevention of organised crime act - Poca) konfisziert wurden. Das Gesetz erlaubt die Sperrung von Konten und Beschlagnahmung von Vermögenswerten, die mit angeblich illegal erlangten Finanzen gespeist oder erworben bzw. bei der Ausübung einer Straftat eingesetzt wurden.

Die Heinaste sei unter anderem deshalb festgesetzt worden, weil die Befürchtung bestanden habe, der Kutter könnte namibische Hoheitsgewässer verlassen und sich damit dem Zugriff der Behörden entziehen. Diese Befürchtung sei angesichts der Tatsache besonders ausgeprägt, dass in den vergangenen Tagen die beiden Samherji-Schiffe MV Saga und MV Geysir “abgefahren“ seien und ihre namibische Crew von insgesamt 210 Besatzungsmitgliedern “zurückgelassen“ hätten.

Samherji hatte mitgeteilt, dass die MV Saga zwecks Reparaturen nach Spanien unterwegs sei und die MV Geysir zum Fischfang nach Mauretanien aufgebrochen sei. Dies sei legal und im Einvernehmen mit dem hiesigen Fischereiministerium geschehen. Nachdem die Firma am Mittwoch angekündigt hatte, die betroffenen Angestellten entlassen zu wollen, ließ das Unternehmen einen Tag später verlauten, es wolle “versuchen, so vielen von ihnen wie möglich, anderswo eine Arbeit zu vermitteln“.

Unterdessen haben die nationale Gewerkschaft namibischer Arbeiter (NUNW) und die Gewerkschaft für Lebensmittelbetriebe (Nafau) am Freitag eine Abmachung mit dem Unternehmen Saga Seafood unterzeichnet. Im Rahmen dieser Übereinkunft wurde vereinbart, dass die über 200 betroffenen Angestellten bis spätestens kommenden Donnerstag eine Auszahlung in Höhe der Hälfte ihres Monatsgehalts erhalten. Über ausstehende Löhne und eine mögliche Abfindung der Arbeiter soll zu einem späteren Zeitpunkt verhandelt werden.

Die NUNW strebt weiter direkte Verhandlungen mit Samherji an, deren Management sie direkt für den Verlust zahlreicher Arbeitsplätze in der hiesigen Fischereiindustrie verantwortlich macht. Außerdem fordert die Gewerkschaft, dass sich die Regierung in Person des amtierenden Fischereiministers Albert Kawana an diesen Gesprächen beteiligt bzw. Samherji unter Druck setzt, sich Verhandlungen zu stellen.

Der Vizepräsident der NUNW, Philip Munenguni, hat angekündigt, die Gewerkschaft werde nicht ruhen, bis die Hintergründe der “Machenschaften“ von Samherji in Namibia aufgedeckt und die von der Firma entlassenen Arbeiter wieder angestellt worden seien.

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