03 Juni 2019 | Afrika

Politische Krise im Sudan spitzt sich zu

Seit Wochen steigen die Spannungen im Sudan zwischen dem Militär und der Opposition. Jetzt ist eingetroffen, was viele befürchtet hatten: Proteste in Khartum werden scheinbar mit Gewalt von Sicherheitskräften niedergemacht.

Khartum (dpa) - Im Sudan sind Sicherheitskräfte laut Opposition und Ärzten gewaltsam gegen Demonstranten vorgegangen. Fünf Menschen seien dabei getötet worden, teilte ein Verband sudanesischer Ärzte am Montag auf Facebook mit. Es würde versucht, mit Gewalt die seit Wochen andauernde Sitzblockade im Zentrum Khartums aufzulösen, twitterte das Gewerkschaftsbündnis SPA, die Organisatoren der anhaltenden Massenproteste im Sudan. Die Demonstranten seien einem "blutigen Massaker" ausgesetzt. Das Bündnis rief die Menschen dazu auf, auf die Straßen zu gehen und friedlich zu demonstrieren, um den militärischen Übergangsrat zu stürzen.

Der Demonstrant Ahmed Hamdan sagte, Polizisten und Mitglieder der Schnellen Einsatztruppen (RSF) - einer berüchtigten Einheit, die mit dem Militär in Verbindung steht - seien gegen die Demonstranten vorgegangen. Sie hätten die Sitzblockade umzingelt und mit Tränengas und scharfer Munition geschossen, sagte er.

Auf dem zentralen Platz der Sitzblockade seien etliche Verwundete, die noch nicht abtransportiert werden konnten, teilte der Ärzteverband mit. Dieser bat Organisationen wie das Rote Kreuz und Ärzte ohne Grenzen um Hilfe. Zudem würden Sicherheitskräfte in einem Krankenhaus in Khartum mit scharfer Munition schießen, hieß es.

Die US-Botschaft im Sudan machte den militärischen Übergangsrat, der seit dem Sturz von Langzeitmachthaber Omar al-Baschir im April an der Macht ist, für die Gewalt verantwortlich. Der Rat könne die Menschen Sudans nicht verantwortungsvoll führen, twitterte die Botschaft. Die Angriffe der Sicherheitskräfte auf Demonstranten müssten sofort aufhören. Auch der britische Botschafter Irfan Siddiq zeigte sich "extrem besorgt" über die zu hörenden Schüsse und die Berichte, dass Sicherheitskräfte Demonstranten angreifen würden.

Im April war Al-Baschir nach drei Jahrzehnten an der Macht von den Streitkräften gestürzt worden. Dem Putsch waren monatelange Massenproteste vorausgegangen. Seitdem ringen das Militär und die Opposition um die Bildung einer Übergangsregierung. Die Verhandlungen waren kürzlich zusammengebrochen, da sich beide Seiten nicht darauf einigen konnten, wer die Übergangsregierung leiten sollte.

Die Sitzblockade, die maßgeblich zum Sturz Al-Baschirs beigetragen hatte, wurde auch nach dem Putsch fortgeführt. Jüngst hatte der militärische Übergangsrat die Sitzblockade als Gefahr für die Demonstranten und das Land bezeichnet und versprochen, gegen illegale Handlungen dort vorzugehen. Zudem wurde das Büro des arabischen Nachrichtensenders Al-Dschasira in Khartum nach eigenen Angaben von den Behörden geschlossen worden und den Reportern des Senders verboten, aus dem Land zu berichten.

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