24 Dezember 2007 | Soziales

Pinocchio hilft Kindern und zeigt den Weg in die Selbständigkeit

Eno limwe kali tsakana hambo - ein Baum reicht nicht aus, um einen Zaun zu bauen, was so viel bedeutet wie: ein Mensch allein kann die Armut in der Welt nicht bekämpfen. Diese Worte prangen auf dem neuen Kalender von "Pinocchio für Afrikas Kinder e.V." Der Verein, der im September 2005 gegründet wurde, steht unter der Schirmherrschaft von Windhoeks Bürgermeister Matheus Shikongo und dem Bürgermeister von Porta Westfalica, Stephan Böhme.

Anhand von konkreten Projekten in Katutura leistet der Verein aktive Hilfe. In Deutschland werden Sachspenden gesammelt, Hilfstransporte mit der Bundeswehr koordiniert, Familienpatenschaften vermittelt, Sponsoren gewonnen, Benefizaktien organisiert und vieles mehr. Während verschiedener Aktionstage in Schulen und Kindergärten informiert die Organisation über die Lebensumstände der Kinder in Katutura.

Begonnen hat die Geschichte von "Pinocchio für Afrikas Kinder e.V." bereits im Herbst 2002. Da startete Birgit Meier-Mundhenke, die zu diesem Zeitpunkt in Windhoek lebte, einen Spendenaufruf in dem Mindener Tageblatt (MT). Die Einnahmen waren für die Pinocchio-Suppenküche in Okahandjapark (Katutura) gedacht. Die Spendenbereitschaft war überwältigend und riss auch im Laufe der folgenden Jahre nicht ab. Damit daraus eine langfristige Hilfe zur Selbsthilfe werden konnte, wurde schließlich "Pinocchio für Afrikas Kinder e.V." gegründet. Seitdem erhalten über 200 Kinder täglich eine warme Mahlzeit. Doch nicht nur das: Birgit Meier-Mundhenke erkannte, wie wichtig es ist den Aufbau frühkindlicher Bildung von sozial benachteiligten Kindern zu vermitteln. Gemeinsam mit der nichtstaatlichen Organisation Hope Initiative werden Frauen speziell dazu ausgebildet. "Das ist manchmal gar nicht so einfach", meint Birgit Meier-Mundhenke, "als Trainerin muss man immer genau wissen, was zu tun ist, da keine Anregungen von den Kursteilnehmerinnen kommen". Es wird viel gebastelt, doch da nicht immer die Mittel zur Verfügung stehen, muss man sich überlegen, wie Kinder auch ohne Materialien gefördert werden können. In diesem Punkt helfen Rollenspiele, die die gelernte Heilpädagogin mit den Frauen übt. Diese bieten später den Kindern zahllose Möglichkeiten, stark und selbstbewusst zu werden. Interessant war für Birgit Meier-Mundhenke auch zu erfahren, wie die Frauen miteinander umgehen. So empfanden diese es beispielsweise mit der Zeit als störend, dass während den Kursen immer wieder verschiedene Mobil-Telefone klingelten oder der Workshop von Eltern oder Besuchern immer wieder unterbrochen wurde. Sie merkten, dass sie durch konzentriertes Arbeiten mehr lernten.

Bei den Familienpatenschaften wird das Geld nie ausgehändigt, sondern Meier-Mundhenke geht mit den Familien einkaufen, besorgt wenn nötig Medikamente und Schuluniformen. Die Organisation möchte maximal zehn Familienpatenschaften vermitteln. Um acht Familien in Katutura wird sich bereits gekümmert. Vorraussetzung für diesen Vorzug sind unzumutbare Zustände, wie z.B. kranke oder allein erziehende Mütter mit vielen Kindern. Die Vorschläge für diese Patenschaften kommen aus der Gemeinschaft. "Wir wollen es nicht zu sehr ausdehnen, da die Menschen in Katutura lernen sollen, nicht von Hilfe von außen abhängig zu sein." Außerdem spielt der Zeitfaktor eine große Rolle, da es für Meier-Mundhenke, die dies alles ehrenamtlich macht, ein enormer zeitlicher Aufwand bedeutet, um die Einkäufe ect. zu organisieren. Allerdings hat sie in der sozial engagierten Jutta Rohwer und Patricia Sola zwei bemerkenswerte Helferinnen gefunden.

Doch wie erhielt die Organisation "Pinocchio für Afrikas Kinder e.V." ihren Namen? Jeder kennt wohl die kleine Holzpuppe, die für ihr Leben gerne ein richtiger Junge wäre - jedoch die wenigsten wissen, dass der Schöpfer dieser liebenswerten Figur, Carlo Collodi, sozial sehr engagiert war. "Außerdem ist Pinocchio für mich ein Sinnbild von Freiheit, Unabhängigkeit und Selbstständigkeit", so Meier-Mundhenke. Und dass wäre wünschenswert für Afrikas Kinder.

Der neue Kalender von Pinocchio für Afrikas Kinder e.V. wurde bereits über 1000-mal in Deutschland, Korea, Portugal, Frankreich, Italien, Kanada und Namibia verkauft. Mehr Informationen darüber bekommt man auf der Internetseite unter: www.afrikaskinder.de

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