01 Juni 2018 | Polizei & Gericht

Personaldisput belastet NTB

Entlassene Finanzmanagerin erzwingt vorläufige Wiedereinstellung

Dem namibischen Tourismusrat (NTB) stehen turbulente Zeiten bevor, nachdem das Obergericht angeordnet hat, das dessen entlassene Finanzmanagerin heute zur Arbeit zurückkehren und vorerst die Hälfte ihrer geforderten Entschädigung von 1,9 Millionen N$ beanspruchen darf.

Von Marc Springer, Windhoek

Die gestern von Ersatzrichter Collins Parker erlassene Verfügung ist ein Rückschlag für den NTB, der per Eilantrag verhindern wollte, dass die als Beklagte geführte Ndapewa Kankondi in alter Funktion an ihre frühere Wirkungsstätte zurückkehrt, bevor eine Berufung gegen ein zu ihren Gunsten ausgefallenes Urteil eines Schlichters entschieden ist.

Zur Begründung der Klage führt der amtierende Hauptgeschäftsführer des NTB, Digu //Naobeb, in einer eidesstattlichen Erklärung an, die Entlassung von Kankondi sei rechtens gewesen, weil jene das Vertrauen ihres Arbeitgebers sträflich missbraucht habe. Folglich sei das Verhältnis zwischen ihr und den ehemaligen Kollegen derart zerrüttet, das eine künftige Zusammenarbeit undenkbar sei,

Zur Erläuterung weist //Noabeb darauf hin, der NTB habe Kankondi Spesen für eine Geschäftsreise nach Europa vorausbezahlt, die sich ihrem Besuch in Kapstadt hätte anschließen sollen. Während sich Kankondi noch in Kapstadt aufgehalten habe, sei ihre geplante Dienstreise nach Europa abgesagt und sie ins Büro nach Windhoek zurückbeordert worden. Anschließend sei sie beauftragt worden, die „erheblichen“ Reisespesen zurückzuerstatten, die ihr in Erwartung der später stornierten Europareise vorausbezahlt worden seien.

Dieser „legitimen, legalen und angemessenen“ Aufforderung habe sich Kankondi jedoch widersetzt, das Spesengeld einbehalten und sich damit der Gehorsamsverweigerung schuldig gemacht. Schließlich sei nicht sicher gewesen, ob die Dienstreise zu einem späteren Zeitpunkt stattfinden und der Aufsichtsrat die dafür erneut erforderliche Genehmigung erteilen würde.

Dennoch habe Kankondi die Aufforderung zur Rückzahlung der Spesen „ignoriert“ und das Geld für Privatzwecke genutzt. Folglich sei ihr nach einem Disziplinarverhör am 1. März 2015 gekündigt und Kankondi nach einer gescheiterten Berufung ihrerseits drei Wochen später entlassen worden.

//Naobeb zufolge habe sich Kankondi daraufhin an das Arbeitsgericht gewandt und von dem anschließend eingesetzten und als Nebenbeklagten geführten Schlichter Mwandingi recht erhalten. Dieser sei nach dem Vermittlungsverfahren zu dem Ergebnis gekommen, dass die Entlassung von Kankondi unfair und unberechtigt gewesen und deshalb mit Wirkung vom 1. Juni ihre Wiedereinstellung geboten sei. Ferner habe Mwandingi verfügt, dass Kankondi aufgrund des durch die Entlassung verursachten Gehaltsausfalls samt entgangenem Bonus auf eine Entschädigung in Höhe von 1,9 Millionen N$ berechtigt sei.

Seine Berufung gegen diesen Befund des Schlichters begründet der NTB damit, die Entlassung von Kankondi sei berechtigt gewesen, weil diese eine besonders verantwortungsvolle Aufgabe gehabt und sich durch ihr undiszipliniertes und unehrliches Verhalten für eine Führungsposition disqualifiziert habe. Ferner sei ihr früherer Posten inzwischen wieder besetzt worden, weshalb ihre Rückkehr „schwerwiegende Folgen“ für den NTB haben werde. Darüber hinaus hätten die ehemaligen Kollegen sämtliches Vertrauen in Kankondi verloren der es folglich an Autorität fehlen werde, in ihrem alten Posten als Weisungsbefugte gegenüber Untergebenen aufzutreten.

Kankondi hatte durch ihren Anwalt erklären lassen, dass sie nicht gewillt sei, den Ausgang des Berufungsverfahrens abzuwarten, sondern auf ihrer Rückkehr an dem vom Schlichter angesetzten Datum des 1. Juni bestehe. Zu Redaktionsschluss haben die Anwälte der beiden Prozessparteien noch darüber verhandelt, ob und unter welchen Bedingungen Kankondi vorerst auf eine Rückkehr verzichten und den Ausgang des Berufungsverfahrens abwarten werde.

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