10 September 2019 | Wirtschaft

Pensionsfonds relativiert Kredit-Verluste

Umstrittene Investitionen in 21 Jungunternehmen waren insgesamt lukrativ

Der staatliche Pensionsfonds (GIPF) hat von den 661 Millionen N$, die er zwischen 1995 und 2005 in Form von Darlehen an 21 Existenzgründer bereitgestellt hat, zwar 386 Millionen N$ verloren, aus den verbleibenden Investitionen jedoch insgesamt 1,1 Milliarden N$ in Form von Dividenden, Zinsen und Rückzahlungen eingenommen.

Von Marc Springer, Windhoek

Das hat der Geschäftsführer des GIPF, David Nuyoma, gestern bei einer Pressekonferenz angekündigt und damit die weit verbreitete Meinung relativiert, wonach die angeblich fahrlässig vergebenen Kredite restlos verloren gegangen seien. Dass diese Wahrnehmung unzutreffend sei, versuchte Nuyoma mit Hinweis darauf zu widerlegen, dass zwar einige der GIPF-Kredite hätten abgeschrieben werden müssen, der Fonds aus den 21 Investitionen jedoch insgesamt einen Profit von 458 Millionen N$ realisiert habe.

Zur Präzisierung dieser Darstellung führte Nuyoma aus, dass einige der Kreditempfänger aufgrund schlechter Unternehmensführung oder widriger Geschäftsbedingungen „in Schwierigkeiten geraten“ seien. Deshalb habe der GIPF im Jahre 2005 beschlossen, im Rahmen seines Entwicklungsportfolios (DCP) keine weiteren Darlehen bereitzustellen und eine Untersuchung über die bereits veranlassten Investitionen durchzuführen.

Diese Bestandsaufnahme habe ergeben, dass sich 12 der 21 begünstigten Firmen „nicht wie unter den gegebenen Umständen erwartet, entwickelt haben“. Deshalb habe sich der GIPF aus diesen 12 Firmen zurückgezogen, von denen sechs auf sein Betreiben oder das anderer Schuldner liquidiert worden seien. Durch den Verkauf von Anteilen und die Abwicklung der betroffenen Firmen habe der GIPF einen „minimalen Anteil“ der zuvor gemachten Darlehen zurückerlangt, die verbleibenden Schulden dieser 12 Betriebe abgeschrieben und bei der Polizei im Jahre 2009 Anzeige wegen „möglicher Straftaten wie Diebstahl, Betrug oder fahrlässiger Geschäftsführung“ erstattet.

Aus Unterlagen die Nuyoma vorlegte wird ersichtlich, dass die drei Firmen Tsogang Investments, Omina Investments und Sepiolite Production von ihren Darlehen nichts zurückgezahlt und dem GIPF damit einen finanziellen Verlust von insgesamt 27 Millionen N$ verursacht haben. Der höchste Schaden wurde durch die Firmen Namibia Grape Company (NGC) und Karas Abattoir and Tannery bewirkt, denen der GIPF jeweils 164 Mio. N$ und 179 Mio. N$ bereitgestellt, davon jedoch nur 56 Mio. N$ bzw. 18.5 Mio. N$ zurückerlangt hat.

Ungeachtet dieser Ausfälle habe es Nuyoma zufolge im Rahmen der DCP-Initiative jedoch auch Erfolgsgeschichten gegeben. So würden die drei verbleibenden Beteiligungen an den Unternehmen Etosha Fisheries, FNB Namibia Holdings (heute FirstRand Namibia) und Bank Windhoek Holdings (heute Capricorn Investment Group) einen nicht realisierten (bzw. potenziellen) Gewinn von rund 989 Millionen N$ darstellen.

Insgesamt sei die „Investitions-Philosophie“ des GIPF über die vergangenen 30 Jahre „überwiegend positiv“ gewesen und das gesamte Vermögensportfolio des Fonds auf inzwischen über 120 Milliarden N$ gestiegen. Die Pensionsbeiträge der Mitglieder seien also „absolut garantiert“ und der Fonds „finanziell gesund“, obwohl einige der Darlehen hätten abgeschrieben werden müssen.

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