02 August 2018 | Lokales

Parken wird zur Geduldprobe

Neues Parkplatzsystem sorgt für Chaos, Empörung und Streitereien

Das neue Parkplatzsystem von Swakopmund artet in einem Chaos aus: Autofahrern sind irritiert und verwirrt, während es zwischen alten und neueingestellten Parkplatzwächtern, die mit dem System offensichtlich völlig überfordert sind, zu Konfrontationen und Streitigkeiten kommt.

Von Erwin Leuschner

Swakopmund

Wem muss man für das Parken in der Swakopmunder Stadtmitte zahlen? Eine Frage, die sich gestern viele Autofahrer stellten, aber keiner beantworten konnte. Am Morgen wurden in der Stadtmitte rund zehn neue Parkplatzwächter abgesetzt, die für das Parken pro Stunde sechs N$ forderten. Allerdings warteten zur gleichen Zeit bestehende Fahrzeugaufpasser wie gewohnt an Ort und Stelle – und haben einige der neuen Parkplatzwächter wortwörtlich verjagt.

Gleich zu Tagesbeginn gab es in der Stadtmitte zwischen alten Autoaufpassern und neuangestellten Parkplatzwächtern heftige Wortwechsel. In den Straßen Sam Nujoma und Tobias Hain­yeko kam es zu mehreren Streitereien. Darüber waren viele Autofahrer derart empört, dass sie sich schlichtweg weigerten, weder dem Parkplatzwächter noch dem Autowächter eine entsprechende Parkgebühr zu zahlen. „Wenn ihr euch nicht einigen könnt, dann kriegt keiner von euch einen Cent“, sagte ein verärgerter Fahrer.

Das neue Parkiersystem, das in Südafrika geläufig ist, wurde vor rund einem Jahr vom Stadtrat gutgeheißen und gestern offiziell eingeführt. Für die Parkplatzkontrolle werden die Aufpasser mit einem in der Hand gehaltenen Gerät ausgestattet. Sobald ein Autofahrer sein Fahrzeug abstellt, erfasst der Parkplatzwächter das Kennzeichen des Wagens. Anschließend gibt der Fahrer seinen beabsichtigten Aufenthalt an und zahlt sechs N$ pro Stunde – wird die angedeutete Parkdauer überschritten, muss nachgezahlt werden. Auch Geschäftsleute waren verwirrt und irritiert: „Wir wurden über das neue System kaum aufgeklärt“, hieß es.

Im Vorfeld hatte die Stadtverwaltung alle bestehenden Aufpasser zu Jahresbeginn registriert und mit einem speziell angefertigten Ausweis ausgestattet, der am 31. Dezember 2018 verfällt. Im Nachhinein wurden allerdings zusätzliche Wächter eingestellt, was nun zu Konfrontationen führt. „Dieser ausgestellte Ausweis ist noch gültig“, sagte Jafeta Niilonga. „Wir sind die rechtmäßigen Autowächter.“ Indes waren am Nachmittag die meisten Parkplatzwächter spurlos verschwunden – in der Tobias-Hainyeko-Straße wurden sie wortwörtlich verjagt. „Wir haben sie weggeschickt. Wir arbeiten hier“, sagte Gideon Kaveterua.

Ein weiterer Streitpunkt ist die Tatsache, dass die neueingestellten Aufpasser ab der ersten Stunde bereits sechs N$ von den Autofahrern verlangten. Dies widerspreche den Aussagen von Hauptverkehrspolizist Melvin Cloete, der kürzlich gegenüber der AZ erklärt hatte, dass erst nach den ersten 60 Minuten eine Parkgebühr fällig sei. „Wir haben den Auftrag bekommen, sofort Geld zu verlangen“, sagte ein Parkplatzwächter dazu. Zudem waren viele der neuen Aufpasser dem neuen Gerät überfordert, womit das Eingeben der Daten zur Geduldprobe wurde.

Der Inhaber der Firma Namibia Parking Solutions, Norman McClune, der für das neue System verantwortlich ist, war gestern nicht erreichbar. Die Pressesprecherin der Stadt, Ailie Gebhardt, wollte sich nicht dazu äussern und verwies sämtliche Anfragen an McClune.

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