02 Dezember 2020 | Meinung & Kommentare

Panikmache durch Fake News

Auf der Wikipedia-Seite mit dem Titel „COVID-19-Pandemie in Namibia“ heißte es: „Die COVID-19-Pandemie in Namibia tritt als regionales Teilgeschehen des weltweiten Ausbruchs der Atemwegserkrankung COVID-19 auf und beruht auf Infektionen mit dem Ende 2019 neu aufgetretenen Virus SARS-CoV-2 aus der Familie der Corona-Viren. Die COVID-19-Pandemie breitet sich seit Dezember 2019 von China ausgehend aus. Ab dem 11. März 2020 stufte die Weltgesundheitsorganisation (WHO) das Ausbruchsgeschehen des neuartigen Corona-Virus als Pandemie ein.“

Hier werden Tatsachen wiedergeben und bestätigte sowie gesundete Fälle werden auf einer Tabelle aufgeführt, so auch die aktiven Fälle und die Sterberate als auch die ausgeführte Anzahl von Testen und verbliebene Quarantänefälle. Grafiken vervollständigen das Bild.

Trotzdem säen Schwarzseher andauernd Panik, sobald die Infektionszahlen steigen. Dabei können diese zwischendurch vorkommenden COVID-19-Zunahmen, auf zahlreiche Umstände zurückgeführt werden. Stattdessen werden Fake News erdacht. So hieß es kurz vor der Ansprache des Präsidenten, dass dieser einen neuen Lockdown verordnen wolle. Aha!

Die europäische Benchmark-Ziffer für „gefährdete Reiseziele“ lautet 50 Infizierte pro 100000 Einwohner. Teilt man die 2500000 Einwohner Namibias durch 25, kommt man auf 100000 Personen (die neueste Schätzung lautet 2,7 Millionen). Umgekehrt hieße das bei 50 „Benchmark-Fällen“, dass Namibia erst in die Gefahrenzone einsteigen würde, wenn 25 mal 50 Infizierte (also 1250 neue Fälle) über sieben Tage hinweg verzeichnet würden. Teilt man diese 1250 durch sieben Tage, ergibt dies 178,6 Fälle pro Tag. Dieser Grenzwert wurde Gott sei Dank noch nie verzeichnet.

Der Sinn dieses Textes ist nicht der, COVID-19 zu verschönern oder die schweren Auswirkungen und Folgen zu schmälern. Doch wäre es schön, wenn wir uns ein wenig an dem realistischen Sieben-Tage-Durchschnitt orientieren könnten, bevor wir unsinnige Behauptungen in den Internetmedien weitergeben.

Frank Steffen

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