22 September 2020 | Natur & Umwelt

Pandemie bedrängt Naturschutz

Gemeinschaften in kommunalen Hegegebieten erhalten finanzielle Unterstützung

Die Corona-Pandemie hat dazu geführt, dass die meisten Einnahmequellen kommunaler Hegegebiete, wie der Tourismus und die Ernte einheimischer Pflanzen, vorerst weggebrochen sind. Finanzielle Notfallhilfe soll die verheerenden Auswirkungen auf die betroffenen Gemeinden abfangen.

Von Steffi Balzar, Windhoek

Die Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) hat im Rahmen des Projekts zur kommunalen Verwaltung natürlicher Ressourcen (Community-Based Natural Resource Management, CBNRM) seit Mai 25 kommunalen Hegegebieten finanzielle Unterstützung gewährt. Das gab die GIZ vor kurzem schriftlich bekannt. Die bedachten Empfänger sind laut GIZ aufgrund des Einbruchs des Tourismus die am stärksten von der Corona-Pandemie betroffenen Gemeinschaften innerhalb der verschiedenen kommunalen Hegegebiete. Das CBNRM-Projekt wird vom hiesigen Umweltministerium in Partnerschaft mit der GIZ im Auftrag des deutschen Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) durchgeführt.

„Durch das CBNRM-Projekt wurden circa 6,8 Millionen Namibia-Dollar für den Conservation Relief, Recovery and Resilience Facility (CRRRF) des Umweltministeriums bereitgestellt, um so den Naturschutz unmittelbar zu unterstützen“, so die Erklärung. Die Mittel werden seit Mai vierteljährlich über einen Zeitraum von einem Jahr an die Hegegebiete ausgezahlt. Die CRRRF, die Anfang Mai ins Leben gerufen wurde, stelle sicher, dass die Gemeinschaften in den Hegegebieten weiterhin ihren Aktivitäten nachgehen könnten. Ziel der Unterstützung sei es, Arbeitsplätze zu sichern, den Mensch-Tier-Konflikt zu verringern, Anti-Wilderei-Maßnahmen aufrechtzuerhalten und die Wasserinfrastruktur zu verbessern.

Die kommunalen Hegegebiete, die durch den CRRRF eine Nothilfe erhalten, sollen laut Schreiben in drei Kategorien unterteilt werden. Darunter fallen beispielsweise Hegegebiete, die durch den Einbruch des Tourismus ihre Haupteinnahmequelle verloren haben. Eine weitere Kategorie sind Hegegebiete, die in den vergangenen drei Jahren keine Ausgaben angegeben haben, aber im Lebensraum der geschützten Arten (Nashörner, Löwen und Elefanten) liegen und beispielsweise Mensch-Tier-Konflikte gemeldet haben. Ebenfalls unterstützt werden Hegegebiete, die weder in die erste noch in die zweite Kategorie fallen, denen jedoch eine besondere Bedeutung für den Schutz der biologischen Vielfalt zugeschrieben wird.

„Etwa 230000 Menschen leben in kommunalen Naturschutzgebieten in Namibia und sind für den Schutz der Wildtiere und die Einkommensbeschaffung für ländliche Gemeinden von entscheidender Bedeutung“, hieß es ferner. Mindestens 60 Prozent der Namibier seien für ihren Lebensunterhalt von der Nutzung natürlicher Ressourcen abhängig. „Im Jahr 2018 boten die kommunalen Hegegebiete mehr als 4900 Arbeitsplätze, wobei die meisten der Angestellten als Wildhüter oder im Tourismus tätig waren“, so die Erklärung. Die Corona-Pandemie habe diese Einnahmequellen vorerst ausgelöscht, wodurch ein dringendes Handeln erforderlich wurde.

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