07 Juni 2012 | Land & Leute

Omba: fairer Handel zum fairen Preis

Omba ist der obere Teil der Conus Betulinus Muschel, die ursprünglich von der ostafrikanischen Küste stammt. Über viele Jahrhunderte galt sie bei Himba- und Owambofrauen als wertvoller Schmuck und damit als Zeichen des Wohlstandes. Inzwischen ist diese Muschel ausgestorben, doch das spiralförmige Symbol und der Name blieb.

Vor über zwanzig Jahren hat die Windhoekerin Karin le Roux an einem Workshop im Kavango teilgenommen. Dabei kam ihr eine großartige Geschäftsidee, bei der vor allem benachteiligte Bewohner in ländlichen Gebieten profitieren und zugleich die Entwicklung des Handwerk unterstützt werden sollte. Sie gründete die gemeinnützige Nichtregierungsorganisation Omba Arts Craft und ließ sich als Partner der World Fair Trade Organisation eintragen.
Hersteller verschiedener Handarbeiten, die ihre Arbeit besonders sorgfältig verrichteten, wurden von ihr angesprochen. Zu einem fairen Preis wurden ihnen ihre Produkte abgekauft, um sie in Windhoek wiederum an den Mann zu bringen. Desgleichen geschah in neun weiteren Regionen. Inzwischen sind es 650 Menschen, die für Omba Arts Craft produzieren. Allein 95 Prozent davon sind alleinerziehende Mütter, die mit ihrem Gewinn Nahrung, Kleidung und Schulgeld bestreiten können. Von diesen 95 Prozent wiederum sind 60 Prozent San, die besonders geschickt im Herstellen von Schmuck aus Straußeneierschale sind. Noch heute wird jede Perle aus der Schale von Straußeneier mit auf die traditionelle Weise hergestellt, wie es die San-Frauen bereits seit tausenden von Jahren praktizieren. Die gleichmäßig bearbeiteten Stücke, die auf breiten Perlenbändern angebracht sind, verleihen den Armbändern und Halsketten einen edlen Touch. Doch auch das Zeichnen von Bildern, die die Natur und ihren Lebensraum wiedergeben, liegt ihnen. Manche der Bilder werden auf Stoffe übertragen und mit kleinen Glasperlen bestickt, andere Entwürfe in verschiedenen Farben auf Textilbahnen gedruckt. Diese wiederum werden unter anderem sowohl als Meterware, Morgenmäntel im Kimonostil oder Schürzen verkauft. Pro verkauften Meter gibt es für den Künstler wiederum Geld. Die Bauart der geflochtenen Körbe, die mit Pflanzenfarben gefärbt werden, sind ebenfalls ein Beweis für die Kreativität dieser Frauen. "Für uns ist es wichtig, dass die Künstler Handarbeiten in ihrem für sie typischen Stil herstellen", erklärt le Roux, "damit soll gewährleistet werden, das ihre Kultur in diesem Bereich erhalten bleibt." Alle Produkte sind zwar in der Tradition verwurzelt, passen jedoch ohne weiteres in unsere moderne Zeit.

Die Künstler haben sich in den Dörfern zu Gruppen unterschiedlicher Größe zusammengeschlossen, die bis zu 20 Mitglieder zählen. Jeder dieser Gruppe steht ein Sprecher, bzw. Verantwortlicher vor, der die geschäftliche Seite abwickelt. Dieser wurde extra dazu ausgebildet, um neben einer Qualitätskontrolle - nur die saubersten Arbeiten gelangen nach Windhoek - auch das Verpacken und Versenden zu übernehmen. "Es ist nicht immer einfach", meint le Roux, "Bestellungen zu koordinieren, denn in vielen Dörfern gibt es kein Mobilfunk-Empfang". Doch im Großen und Ganzen klappt das System. Mit dem Gewinn des Unternehmens werden soziale Projekte unterstützt.
Bis 2004 war Omba Arts Trust ein Teil der Rössing Fundation. Die Produkte, von denen jedes ein Unikat ist, konnten schon immer im Craft Centre erworben werden. Doch nun gibt es auch im Innenhof einen Laden, in dem das gesamte Angebot ausgestellt ist und zum Verkauf vorliegt. Der Laden Omba sollte allerdings nicht mit der Omba-Galerie, die sich ebenfalls im Craft Centre befindet, verwechselt werden. Mehr Information über diese innovative Geschäftsidee gibt es auf der Internetseite: www.omba.org.na

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