21 August 2019 | Afrika

Omar al-Baschir vor Gericht

Prozess gegen Sudans gestürzten Präsidenten beginnt

Auf diesen Tag haben wohl Tausende Sudanesen gewartet: Der gestürzte Machthaber des Landes steht vor Gericht. Der Prozess gegen Omar al-Baschir ist auch ein Test für das Land und die Militärführung.

Von Deutsche Presse-Agentur, dpa

Khartum (dpa) - Im Sudan hat der Prozess gegen den gestürzten sudanesischen Machthaber Omar al-Baschir begonnen. Der Ex-Präsident traf am Montag unter schweren Sicherheitsvorkehrungen in dem Gerichtssaal in der Hauptstadt Khartum ein, wie eine dpa-Reporterin berichtete. Der 75-Jährige muss sich unter anderem wegen Korruption, Devisenvergehen und illegaler Anhäufung von Vermögen vor Gericht verantworten. Nach 30 Jahren an der Macht wurde er im April unter dem Druck monatelanger Massenproteste vom Militär gestürzt.

Ein Ermittler sagte demnach im Gericht, Al-Baschir habe ausgesagt, er habe während seiner Amtszeit Millionen von Dollar von Saudi-Arabien erhalten. Diese seien unter anderem von Kronprinz Mohammed bin Salman sowie dem damaligen König Abdullah gekommen und seien «Spenden» für Gesundheit und Bildung. Auch aus den Vereinten Arabischen Emiraten (VAE) kam demnach Geld. Ermittler hatten im April bei einer Durchsuchung der Residenz von Al-Baschir umgerechnet rund sieben Millionen Euro Bargeld gefunden.

Saudi-Arabien und die VAE waren mächtige Befürworter der Regierung Al-Baschirs und unterstützen auch die heutige Militärführung im Land. Die beiden Golf-Staaten buhlen stets um Einfluss in der Region und wollen vor allem verhindern, dass sich der Sudan mit Rivalen wie Katar und Türkei verbrüdert.

Während des Verfahrens am Montag saß Al-Baschir, gekleidet in einer traditionellen weißen sudanesischen Robe, in einem Käfig für Angeklagte im Gerichtssaal. Abgesehen von wenigen Angaben zu seiner Person äußerte er sich nicht. Der Prozess soll am Samstag weitergehen.

Der Prozess wird als Test dafür gesehen, wie sehr die Militärführung des Landes bereit ist, mit der Ära Al-Baschir abzuschließen. Denn im führenden Militärrat sitzen noch immer einige Vertreter der alten Garde. Nach dem Putsch gingen Tausende Sudanesen weiter auf die Straße und forderten eine zivile Übergangsregierung. Die Hoffnungen darauf wurden nahezu zunichte gemacht, als Sicherheitskräfte im Juni eine Sitzblockade in Khartum gewaltsam räumten und ein Massaker mit mehr als 100 Toten anrichteten.

Trotzdem konnten sich das Militär und die zivile Opposition zu einer Einigung durchringen: Am Samstag unterzeichneten beide Seiten ein Abkommen zur Machtteilung, das den Weg für eine gemeinsame Übergangsregierung freimacht. Diese soll den Weg ebnen für Wahlen in etwas mehr als drei Jahren.

Gleiche Nachricht

 

Nahrungsmittelhilfen für Tausende Menschen in Kenia

vor 4 tagen - 10 November 2019 | Afrika

Johannesburg (dpa) - Tausende Familien sind in Kenia wegen Überschwemmungen von der Außenwelt abgeschnitten und sollen nun Hilfe vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen bekommen. Das...

UN-Bericht: Türkei, Emirate, Jordanien schicken Waffen nach Libyen

vor 5 tagen - 08 November 2019 | Afrika

New York (dpa) - Der verheerende Bürgerkrieg in Libyen wird nach Angaben von UN-Experten durch illegale Waffenlieferungen von der Türkei, den Vereinigten Arabischen Emiraten und...

US-Regierung belegt führenden Dschihadisten in Mali mit Sanktionen

vor 6 tagen - 08 November 2019 | Afrika

Washington (dpa) - Die US-Regierung hat einen malischen Dschihadisten wegen terroristischer Aktivitäten mit Sanktionen belegt. Damit soll Amadou Kouffa die Planung und Durchführung weiterer Anschläge...

Haft für Milizenführer aus Kongo

vor 6 tagen - 08 November 2019 | Afrika

Den Haag (dpa) - Das Weltstrafgericht in Den Haag hat den ehemaligen kongolesischen Milizenführer Bosco Ntaganda als Kriegsverbrecher zu 30 Jahren Gefängnis verurteilt. Zuvor hatten...

Mindestens 37 Tote bei Angriff auf Firmenkonvoi in Burkina...

1 woche her - 07 November 2019 | Afrika

Nairobi (dpa) - Bei einem Angriff auf einen Konvoi mit Beschäftigten des kanadischen Goldproduzenten Semafo sind in Burkina Faso mindestens 37 Menschen getötet und mehr...

Vergessene Arbeiter

1 woche her - 05 November 2019 | Afrika

Von G. Forster und R. E. Krüger, dpaMaputo30 Jahre ist es her. Damals, als die Mauer fiel, wurde José Cossa in Berlin-Schönefeld in einen Flieger...

Ägypten: Mehr als 80 Tote Extremisten bei Einsätzen über...

1 woche her - 04 November 2019 | Afrika

Kairo (dpa) - Bei Anti-Terror-Einsätzen auf der Sinai-Halbinsel in Ägypten haben Sicherheitskräfte binnen rund fünf Wochen mehr als 80 Extremisten getötet. Bei den Razzien im...

Botswanas Präsident verspricht Akzente beim Schutz von Elefanten

1 woche her - 04 November 2019 | Afrika

Gaborone (dpa) - Der Präsident des afrikanischen Binnenstaates Botswana will sich nach seiner Wiederwahl für den Schutz von Elefanten und anderen Wildtieren engagieren. Bei seiner...

Drei Mitarbeiter der Organisation für Migration im Südsudan getötet

vor 2 wochen - 31 Oktober 2019 | Afrika

Juba (dpa) - Drei Mitarbeiter der Internationalen Organisation für Migration (IOM) sind im Krisenland Südsudan getötet worden. Die drei freiwilligen Helfer, eine Frau und zwei...

Extremisten im Verdacht

vor 2 wochen - 31 Oktober 2019 | Afrika

Ouagadougou (dpa) - Bei Angriffen auf ein Dorf im Norden des westafrikanischen Staates Burkina Faso haben Terroristen insgesamt 16 Menschen getötet. Die Extremisten hätten wiederholt...