23 Februar 2010 | Wirtschaft

NWR finanziell immer noch unter Druck

NWR hat mit teilweise großer Verspätung jetzt im Parlament fünf Bilanzen vorgelegt, die sich auf die Finanzjahre 2004/05 bis 2008/09 beziehen. Den Berichten zufolge hat das Staatsunternehmen bis zum März 2008 rote Zahlen geschrieben. Die Verluste fielen nach Angaben von NWR wie folgt aus - Finanzjahr 2003/04: 26,5 Millionen Namibia-Dollar; Finanzjahr 2004/05: 12 Millionen Namibia-Dollar; Finanzjahr 2005/06: 13,3 Millionen Namibia-Dollar; Finanzjahr 2006/07: 22 Millionen Namibia-Dollar. Im März 2008 wurde laut NWR erstmals ein Überschuss von 15,1 Millionen Namibia-Dollar erwirtschaftet, im Geschäftsjahr 2008/09 sei ein weiterer Gewinn in Höhe von 9,4 Millionen Namibia-Dollar erzielt worden.

"Unsere Umkehrstrategie hat funktioniert", resümiert NWR-Geschäftsführer Tobie Aupindi im aktuellsten Bericht (Abschluss März 2009). Dennoch: Das Staatsunternehmen hat seit seiner Gründung 1998 trotz massiver staatlicher Subventionen und nahezu monopolistischem Wettbewerbsvorteil in Naturschutzgebieten wie dem Etoscha-Nationalpark bis März 2009 einen aufgehäuften Verlust von fast 99 Millionen Namibia-Dollar eingefahren. Gemessen an der Leistung der Finanzjahre 2008 und 2009 würde es demnach noch gut acht Jahre dauern, bis dieses Defizit komplett abgebaut ist. Hierzu soll die von Aupindi im Auftrag der Regierung initiierte Umkehrstrategie führen, die unter anderem eine Umstrukturierung des Unternehmens selbst, eine flächendeckende Renovierung der Rastlager sowie den Bau neuer Lodges beinhaltet. Einige dieser Zielsetzungen seien inzwischen erreicht worden.

Aupindi zeichnet seit 2006 verantwortlich für die Geschäftsführung von NWR, nachdem das Unternehmen Ende 2005 de facto kollabiert ist und keine Gehälter mehr zahlen konnte. Seit dieser Zeit ist der Jahresumsatz von 87 Millionen Namibia-Dollar (März 2006) auf 168,7 Millionen Namibia-Dollar (März 2009) gestiegen. Die aktuellste Umsatzzahl setzt sich wie folgt zusammen: 69,5 Millionen Namibia-Dollar sind durch "Warenverkauf und Treibstoff" erzielt worden, die restlichen 99,2 Millionen Namibia-Dollar entfielen auf Einnahmen aus Unterkünften. Die Betriebskosten verdoppelten sich von 72 Millionen Namibia-Dollar (2006) auf 149 Millionen-Dollar (2009). Auch die Finanzierungskosten, sprich Zinszahlungen, sind seit 2006 stark gestiegen, nämlich von 2,3 Millionen auf fast elf Millionen Namibia-Dollar im März 2009.

Zwischenzeitlich wurden von der Regierung großzügige Finanzspritzen verabreicht, um die Umstrukturierung voranzutreiben. Das Zuschusseinkommen wird in den Gewinn- und Verlustrechnungen der letzten beiden Finanzjahre mit rund 79 Millionen Namibia-Dollar beziffert. Die Liquidität des Staatsunternehmens hat sich laut den Jahresberichten gebessert, trotzdem übertrafen die Verbindlichkeiten die Vermögenswerte im März 2009 immer noch um rund 88 Millionen Namibia-Dollar. Die Unternehmenskasse weist aufgrund eines Überziehungskredites (Overdraft) in Höhe von 17,3 Millionen Namibia-Dollar einen negativen Saldo von 7,1 Millionen Namibia-Dollar auf. Zu den Altlasten gehörten bis zum März 2008 noch fällige Zinszahlungen auf ausstehende Mehrwertsteuer (1,4 Millionen Namibia-Dollar) und Lohnsteuer (fast 800000 Namibia-Dollar). Zudem habe das Unternehmen im Finanzjahr 2008/09 fast 11,6 Millionen Namibia-Dollar an zweifelhaften Forderungen abgeschrieben.

"Unser Umstrukturierungsprogramm zeigt Erfolg. Die Effizienzen auf betrieblicher Ebene sind besser geworden und die renovierten und umgebauten Rastlager zeigen ein erhebliches Einkommenswachstum. Allerdings sind die Erholungsgebiete an der Küste nach den Fluten von 2008 noch stark renovierungsbedürftig", so Aupindi im Bericht von 2009. Der Alleinaktionär (die Regierung) sei nun gefordert, die Renovierung weiterer Rastlager und den Bau einer neuen Lodge im Etoscha-Nationalpark (Onkoshi Camp, wurde im September 2008 eröffnet) zu unterstützen, um die künftige Wirtschaftlichkeit von NWR zu gewährleisten. Bislang hat NWR noch keine Dividende an die Regierung ausgeschüttet.

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