07 Januar 2021 | Politik

Nuyoma kontert Amupanda

Hick-Hack zwischen GIPF-Chef und dem Sozialaktivisten

In seinem Disput mit David Nuyoma, Generaldirektor des Staatlichen Pensionsfonds, legt sich Job Amupanda seinen politisichen Namen Etondo lyaNehale zu, um in der Rolle als revolutionärer Aktivist nicht mit seinem Amt als Bürgermeister von Windhoek verwechselt zu werden. Der Schlagabtausch tobt seit Beginn der Woche.

Von Eberhard Hofmann

Windhoek

Etondo/Amupanda hat im neuen Jahr eine scharfe Salve gegen den staatlichen Pensionsfonds GIPF losgelassen, dass die Verwaltung dieses Fonds lediglich den Interessen der Elite diene und nicht den Arbeitern. Der GIPF-Chef David Nuyoma hat bereits darauf reagiet und wird dabei von Nampa zitiert. Der Government Institutions Pension Fund (GIPF) ist seit Gründung nach der Unabhängigkeit kontinuierlich bis derzeit auf 109 Milliarden N$ Guthaben gewachsen. Mit wenigen Ausnahmen - 600 Mio. N$ wurden ohne Absicherung an historisch benachteiligte Unternehmer gezahlt und sind verschwunden - hat die Verwaltung des größten Pensionsfonds von Namibia politischem Druck widerstanden, leichtfertige, nicht abgesicherte Vorhaben zu finanzieren.

Etondo/Amupanda greift die Investitionpolitik des Fonds stark an, indem er behauptet, die Eliten des Fonds „plündern seit Jahren diese Gelder, um Einkaufszentren und Flats zu bauen sowie Aktien zu kaufen“. Dann attackiert er die eingefahrene Formel an, dass GIPF-Mitglieder beim Eintritt in den Ruhestand „nur ein Drittel“ ihrer angehäuften Pensionssumme erhielten. Diese Formel, wonach mindestens zwei Drittel der Pensionsauszahlung fest in zinsbringendnen Anlagen flließen müssen, soll bewirken, dass die Pensionäre auf Lebenszeit noch ein gesichertes monatliches Einkommen haben und die Auszahlung nicht unter ihren Fingern zerrinnt. Außerdem kommt der Fonds unter Beschuss, dass seine Mitglieder während ihrer Dienstjahre keinerlei Unterstützung für die Beschaffung einer eigenen Wohnung erhielten. „Die Crux ist, dass die Leute jetzt direkt aus ihrer Pension Wohnungen brauchen und nicht erst, wenn sie 60 sind.“

David Nuyoma wird in seiner Erwiderung auf die Anschuldigungen Etondo/Amupandas inzwischen vom Generalsekretär der Beamten-Gewerkschaft NAPWU, Petrus Nevonga, unterstützt, dass GIPF zusätzlich einen Wohnungsfonds betreibt, der mit 1,5 Miliarden N$ bestückt ist. Die Mitglieder können laut Nuyoma daraus Gelder für den Erwerb einer Wohnung beantragen, ohne dass ihre Pensionsguthaben angegriffen werden. Etondo/Amupanda ist dieser Sachverhalt offensichtlich nicht bekannt. NAPWU ist mit der regierenden Part liiert, bzw. ist ihr hörig.

Etondo/Amupanda reagiert scharf auf Nuyomas Belehrung, wie GIPF funktioniere, und lanciert eine weitere Attacke auf den den Generaldirektor. Nuyoma sei nicht auf alle Punkte eingegangen und antworte in einem Vakuum ohne Zusammenhang: „Das ist typisch für ein kapitalistisches Instrument in den Händen der korrupten Elite.“ Etondo/Amupanda ist überzeugt, dass die Leitung von Bank Windhoek, bei der GIPF durch Capricorn in Aktien investiert habe, den Chef von GIPF angewiesen habe, schnell gegen ihn - Etondo/Amupanda - einzugreifen, um seine Idee zu verhindern, den „Massen der Regierungsarbeiter“ durch Zugriff auf Wohnungsfinanzierung aus dem Pensionsfonds zu helfen.

Im Schlagabtausch mit David Nuyoma kündigt Etondo/Amupanda an, dass „wir in Kürze dringend“ die Revolutionary Union (RU) gründen, eine Organisation, um „die Massen unseres Volkes“ zu befreien.

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Zitat: Etondo/Amupanda: „GIPF operiert wie die Missionare, die unseren Leuten sagten, sie sollten auf imaginäre Belohnung im Himmel warten, derweil sie auf der Erde litten.“

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