25 Januar 2019 | Bildung

NSSCO entspricht dem IGCSE

Neuer Lehrplan wurde von langer Hand eingeführt

Bei einer Pressekonferenz behauptet der Leiter des Nationalen Entwicklungsinstituts für Bildung NIED, dass die Öffentlichkeit - vornehmlich die Eltern und Kinder sowie Schüler - fortwährend über die Entwicklung und Einführung des neuen Lehrplanes informiert waren. Für die Schulabgänger, die dem Niveau nicht gewachsen sind, hat er keinen Rat parat.

Von Frank Steffen, Windhoek

„Wenn ihr nun geglaubt habt, hier heute die Bildungsministerin anzutreffen oder von sonstigen Politikern zu hören, so irrt ihr“, begrüßte der Vize-Staatssekretär des Bildungsministeriums, Charles Kabajani, gestern die Medien und freute sich gleichermaßen auf „den Informationsaustausch zwischen dem Ministerium und Ihnen als unser Partner“. Dr. Patrick Simalumba vom Nationalen Entwicklungsinstitut für Bildung (NIED) lag zu dieser Gelegenheit daran „die vielen Missverständnisse rundum die Einführung des neuen Lehrplans und seinen Auswirkungen auf die Klassen 8 bis 12 zu klären.“

Zuletzt hatten sich Simalumba und seine Kollegin Clementine Garises - zuständige Direktorin für Prüfungen und Auswertung - kritisch gezeigt und beanstandeten, dass die in Namibia durchgeführten Prüfungen nicht mehr dem ursprünglichen Cambridge-System entsprechen. Die Prüfungsteilnehmer würden dadurch dem Risiko ausgesetzt, keinen Zugang zu international-anerkannten Hochschulen zu bekommen (AZ berichtete). Jetzt beteuerten Simalumba und seine Kollegen, dass der neue Lehrplan auf das Cambridge-System basiere und in der Tat international anerkannt werde.

Der neue Lehrplan entspringe der Nationalen Bildungskonferenz aus dem Jahre 2011, die der damalige Bildungsminister Abraham Iyambo anberaumt hatte. Bereits im Jahr darauf habe man die ersten Weichen gestellt und man habe immer die Medien, die Schulen und Eltern informiert. „Im Jahr 2014 haben wir die Klassen 1 bis 3 als ‚Junior-Primarstufe‘ eingeführt und im Jahr darauf die Klassen 4 bis 7 als ‚Senior-Primarstufe‘. Dabei haben wir angefangen die Versetzungskriterien anzuheben, alldieweil wir auch den Lehrplan änderten, denn der Sinn war der, den Lehrstoff nach unten hin neu einzuteilen, damit alle Kinder in einem 11-Jahresturnus ihre Schullaufbahn auf dem sogenannten ‚ordinary Level‘ (niederes Niveau) abschließen können“, erklärte Simalumba.

Im Jahr 2016 sei die „Junior-Sekundarstufe“ für die Klassen 8 und 9 eingeführt und sei bereits der Lehrplan entsprechend geändert worden. „Wenn wir also jetzt den letzten Schritt unternehmen und die ‚Senior-Sekundarstufe‘ für die Klassen 10 bis 12 einführen, ist dies für die Kinder kein Neuland mehr. Das heutige Niveau der Klasse 9 entspricht zu einem wesentlichen Teil dem vorigen Niveau der Klasse 10. Wir dadurch Platz und Zeit für die Klassen 10 und 11 geschaffen, damit wir die Kinder alle auf einen NSSCO-Abschluss zuführen können. Und dieser Abschluss entspricht dem ‚International General Certificate for Secondary Education‘ (IGCSE), welches von Cambridge anerkannt wird, bzw. allen Bildungsinstituten, die das Cambridge-IGCSE schon immer anerkannt haben“, so Simalumba.

Künftig würden nur Schüler in die zwölfte Klasse versetzt, die am Ende der 11. Klasse mindestens drei C-Symbole in ihren Fächern vorweisen können, bestätigte Simalumbu erneut. Sie könnten sich dann für das sogenannte „Namibian Senior Secondary Certificate - Advanced Subsidiary” (NSSCAS) qualifizieren und dadurch Zugang zu Uni-Lehrgängen bekommen, die das sogenannte „higher Level“ (höhere Niveau) als Zulassungskriterium verlangen.

Simalumba weigerte sich detailliert zu erklären, wie er sich vorstellt, dass Schüler, die bereits vorher nicht dem angesetzten Standard zurechtkamen, künftig die Klassen 10 und 11 schaffen sollen. Er lenkte ein, dass man nun den Lernenden der Klassen 8 und 9 eine einmalige Wiederholung erlaube - dasselbe gelte einmal für die Klasse 10. Es liege an den Lehrkräften und Eltern, den Kindern bei dieser „zweiten Chance“ entsprechend unter die Arme zu greifen. Außerdem habe das Ministerium „ein paar Pilotschulen im Lande eingerichtet“, die sich auf praktische Berufe spezialisieren und künftig die Kinder auf die Berufsausbildung zuführen sollen.

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