16 Dezember 2002 | Politik

Not zur Tugend gemacht

Geht man die Berichterstattung der Zeitungen von Januar bis heute noch einmal durch, ergibt sich ein eher düsteres Bild von Gewalt und einer wechselhaften politischen Szene in Namibia. Geprägt haben das Jahr 2002 vor allem die wachsende Kriminalität, die anvisierte Enteignung ausländischer abwesender Farmer sowie die Trockenheit und ihre daraus resultierende Hungersnot. Alle drei Themen, das steht fest, werden auch im kommenden Jahr die Innenpolitik hier zu Lande dominieren.

Hinzu kommt, dass die Frage um die Nachfolge Nujomas (wenn er sich nicht doch noch zu einer weiteren Amtszeit entscheiden sollte) die Swapo-Politiker in ihrer Handlungsfähigkeit einschränken wird. Das heißt, solange der Präsident noch keinen Favoriten ernannt hat, sich die Minister vor allem in der Landfrage kaum gegen ihren Vorgesetzen aussprechen, oder gar Alleingänge wagen. Auch mit einem Comeback des ehemaligen Premierministers Hage Geingob ist nicht zu rechnen und die geschwächte Opposition hat ohnehin keinen nennenswerten Einfluss.


Wenn der Regen ebenso spärlich ausfällt wie in der vergangenen Saison, ist außerdem eine Eskalation der Nahrungsmittelknappheit im Norden des Landes zu erwarten. Die Notlage wird für das Vorantreiben der Landreform und für die Befürworter von Enteignungen von Vorteil sein. Aber auch die kommerziellen Farmer könnten ihren Nutzen daraus ziehen, wenn sie sich weiterhin so großzügig zeigen.


Wir können die Zukunft dieses Landes mitbeeinflussen. Gegen ein Ausbleiben der Regenfälle ist nichts zu machen, aber Themen wie die Landreform sollten wir nicht ausschließlich in den Händen der Politiker lassen. Die Spendeninitiativen der vergangenen Monate seitens des Namibischen Landwirtschaftsverbands (NLU), Farmervereinen und Hegegebieten dienen hierbei als gute Beispiele, wie man, zusammen mit der Regierung, die Probleme dieses Landes bekämpfen kann.


Natürlich liegen die Dürrehilfen der kommerziellen Farmer zum Teil auch in ihrem eigenen Interesse, denn sie spenden ja nicht zufällig zu einem Zeitpunkt, an dem mögliche Enteignungen von Farmland wahrscheinlich geworden sind. Und Trockenheit und Hungersnot sind, wenn auch nicht in diesem Ausmaß, keine Neuigkeiten in Namibia. Immerhin haben die Farmer in diesem Jahr gezeigt, dass sie durchaus willig sind, zu helfen, und nehmen - ebenso wie Namibias Entwicklungspartner, die ihre Unterstützung trotz der Kritik des Präsidenten nicht abgebrochen haben - somit Nujoma künftig den Wind aus den Segeln. Damit wird dessen Suche nach Sündenböcken umso lächerlicher wirken.

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