17 Februar 2021 | Polizei & Gericht

NIMT-Prozess fortgesetzt

Lichtenstrasser beteuert seine Unschuld - Matrone sagt aus

Das Verfahren gegen den mutmaßliche Doppelmörder, Ernst Lichtenstrasser, der den NIMT-Exekutivdirektor Eckhart Mueller und seinen Stellvertreter Heimo Hellwig ermordet haben soll, wurde am Montag erneut aufgenommen. Lichtenstrasser plädiert in allen Anklagepunkten auf unschuldig.

Von Stefan Noechel, Windhoek

Der Fall des mutmaßlichen Doppelmörders, Ernst Lichtenstrasser, der am 15. April 2019 den NIMT-Exekutivdirektor Eckhart Mueller und seinen Stellvertreter Heimo Hellwig ermordet haben soll, wurde am Montag fortgesetzt. Die stellvertretende Staatsanklägerin Antonia Verhoef vernahm gestern den Farmer und Freund Lichtenstrassers, Peter van Eeden. Der Zeuge sagte, dass er seit 2014 mit Lichtenstrasser befreundet gewesen sei und dieser ihn hin und wieder zwecks Schießübungen auf seiner Farm besucht habe.

Kopien von zwei Waffenscheinen von van Eerden und dessen Sohn sowie Fotos von der Schießbahn wurden als Beweismaterial eingehändigt. Indessen sagte van Eeden aus, dass Lichtenstrasser über die mögliche Versetzung nach Keetmanshoop sehr unzufrieden gewesen sei.

Lichtenstrassers Verteidiger Albert Titus wollte von van Eeden wissen, ob Lichtenstrasser je mit einer 9 mm Pistole auf seinem Schießplatz geschossen habe. Van Eerden dementierte dies, er wisse nur, dass Lichtenstrasser einen Revolver des Kalibers 38 besitze, und nur mit diesem auf Zielscheiben geschossen habe. Der besagte Schießplatz befinde sich fünf Kilometer vom Farmhaus entfernt. Van Eerden und sein Sohn Hendrik Johannes besitzen indessen beide 9 mm Pistolen, welche im Laufe der Untersuchungen von der Polizei beschlagnahmt worden waren. Keine der beiden Waffen konnten jedoch mit dem Mord in Verbindung gebracht werden. Die Polizei war insgesamt vier Mal auf van Eedens Farm, wobei sie bei zwei Gelegenheiten 9-mm-Patronenhülsen zur Beweisaufnahme einsammelten.

Gestern wurde auch die NIMT-Raumpflegerin, Gertrud Naubes, vom Staat als dritte von 104 Zeugen in den Zeugenstand gerufen. „Ich kam am 15. April 2019 um 6.05 Uhr zur Arbeit und öffnete wie gewohnt die Räumlichkeiten, zu denen der Speisesaal, die Cafeteria und die Wäscherei gehören. Während ich Kaffee kochte, vernahm ich ein lautes Geräusch. Das war um etwa 6.30 Uhr“, sagte Naubes im Gericht aus. „Ich hatte den Eindruck, dass irgendwo Dynamit explodierte. Wir hören solche Geräusche nur, wenn sie bei der Mine sprengen“, erklärte sie. Noabes sagte dann: „Obwohl es noch ziemlich dunkel war, habe ich die Lichter des Autos von Müller und Hellwig erkannt.“ Das sei allerdings kurz vor dem Laut gewesen - genaues habe sie nicht erkennen können.

Kurz darauf kam die Sicherheitswache angerannt und wollte wissen ob sie (Naubes) auch den Lärm gehört habe. Die Wache wollte der Sache nachgehen und Naubes habe inzwischen die Polizei verständigt. Diese sei jedoch erst 30 Minuten später eingetroffen. Naubes erklärte: „Ich bin mit der Sicherheitswache zum Tatort gelaufen, wo wir Mueller und Hellwig am Boden in einer Blutlache antrafen.“ Dies sei vor dem Haupteingang der Ausbildungsinstanz in Arandis gewesen.

Aus ihrer Aussage ging weiterhin hervor, dass weder eine Mauer noch ein Sicherheitszaun das Gelände der NIMT umgibt. Allerdings sollen zwei Wachhunde das Areal bewachen.

Das alles folgte der Aussage von Sabine Hellwig, der Witwe des stellvertretenden Direktors Heimo Hellwig, am Montag. Hellwig hatte vor Gericht ausgesagt, dass der Angeklagte zum Zeitpunkt des Vorfalls tatsächlich als Ausbilder in der Montage- und Drehwerkstatt der Ausbildungseinrichtung am Tsumeber Campus der NIMT beschäftigt gewesen sei. Sie teilte dem Gericht mit, dass sie beruflich als Leiterin des Bibliotheksdienstes am Arandis-Campus von NIMT tätig sei.

Lichtenstrasser dementierte die Morde vor Oberrichter Christie Liebenberg und beteuerte vehement seine Unschuld auf die Anklagen des illegalen Besitzes einer Feuerwaffe ohne Lizenz, des illegalen Besitzes von Munition sowie der vermeintlichen Behinderung der Untersuchung. Auch die Anklage, dass er angeblich eine 9-mm-Pistole im Sand in der Namib-Wüste in der Nähe von Arandis begraben habe, sei unwahr.

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