10 Januar 2019 | Meinung & Kommentare

Nichts mit Verschwörung zu tun

Die Kontroverse rund um die Umwelt- und Gesundheitsbedenken bei gentechnisch modifizierten Organismen (GMO) ist nicht neu. Dem jüngsten Aufflammen der Debatte in Namibia – samt Protestrufen und einer Onlinepetition – liegt aber ein grobes Missverständnis aktueller Entwicklungen zu Grunde.

Speziell die Annoncen zweier Lebensmittelhersteller haben für viel emotionale Furore gesorgt: Darin kündigen die beiden Mühlenbetriebe an, sie hätten beantragt, GMO-Mais importieren, verarbeiten und verkaufen zu dürfen. Der Aktivist Job Amupanda zögerte nicht lang und wetterte auf Twitter gegen eines der Unternehmen, NamibMills: „Die Buren haben beantragt, krebserregende Lebensmittel verkaufen zu dürfen.“ Sofort wittert er eine Verschwörung: „Die Anzeige wurde am 27. Dezember geschaltet; (…) vor Ende der Widerspruchsfrist am 17. Januar werdet ihr (aus dem Urlaub) noch nicht zurück sein.“

Ganz offensichtlich ist hier gesunde Skepsis in Panikmache umgeschlagen. Denn wie sich herausstellt, passen sich die Unternehmen (nicht nur NamibMills!) lediglich neuen Bestimmungen an, die a.) in der Gesetzgebung für biologische Sicherheit (Biosafety Act, 2006) enthalten sind, b.) Ende Oktober 2018 im Amtsblatt veröffentlicht wurden und c.) im kommenden Monat in Kraft treten. Dabei handelt es sich um ein detailliertes Regelwerk, das GMO-Produkte streng kontrollieren soll – vom Im- und Transport über den Handel bis hin zur Produktion.

Und wie Bokomo-Betriebschef Gabriel Badenhorst auf AZ-Frage erklärte, sind von den neuen Bestimmungen sämtliche Unternehmen betroffen, die GMO-Produkte einführen, transportieren, speichern, verarbeiten, verkaufen oder gar produzieren wollen. In jedem dieser Bereiche müssen spezielle Genehmigungen, Bescheinigungen und Nachweise eingeholt werden.

Das neue Regelwerk ist somit eine willkommene Maßnahme, die letztendlich die Rechte der Verbraucher schützen soll. Schließlich werden laut Badenhorst GMO-Produkte schon seit Jahren auch in Namibia produziert, verkauft und konsumiert.

Clemens von Alten

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