22 Oktober 2021 | Natur & Umwelt

Neuer Jagdverband avisiert

Kommunen sollen profitieren - NAPHA zeigt sich enttäuscht

Namibia bekommt einen zweiten Berufsjägerverband. Problemtierjagd und Jagdkonzessionen in Kommunalgebieten sollen nach COVID-19 neubetrachtet werden. An den bestehenden Jagdverband gerichtete Vorwürfe, werden von diesem zurückgewiesen.

Von Stefan Noechel, Windhoek

In einer Pressemitteilung gab der bekannte Großwildjäger und Naturphotograph, Jofie Lamprecht, bekannt, dass er einen neuen Jagdverband gründen möchte. Lamprecht gibt sich in der Mitteilung als Sekretär des noch nicht registrierten HCAN-Verbandes (Hunting Concession Association of Namibia) aus und schreibt, dass der Verband 20 Konzessionsinhaber mit 33 Konzessionsgebieten vertritt. Dies würde knapp 66 Prozent der gesamten Konzessionen in Namibia ausmachen.

Angeblich würden die betroffenen Mitglieder schätzungsweise 160 Millionen Namibia Dollar an Auslanddevisen in das Land bringen. In Namibia soll es 51 Konzessionen geben, von denen sechs dem Staat gehören und 45 Kommunal-Hegegebiete sein sollen. HCAN vertritt somit eine Reihe von Berufs- und Trophäenjägern, die nun direkt mit dem namibischen Staat und verschiedenen internationalen Verbänden verhandeln wollen, da sie ihrer Meinung nach, nicht ausreichend durch den etablierten namibischen Berufsjagdverband NAPHA vertreten werden.

Diese Anschuldigung wies die Präsidentin NAPHAs, Danene van der Westhuyzen, in einem telefonischen Gespräch mit der AZ entschieden zurück. Sie meinte ferner, dass die angegebenen Zahlen auch nicht der Wahrheit entsprechen würden.

In einer schriftlichen Stellungnahme von NAPHA bestätigt der Verband, das innerhalb der NAPHA eine Unterabteilung für Großwildjäger (NAPHA Big Game Committee) bestehe und dass diese verschiedenste Themen mit Vertretern des Ministeriums für Umwelt, Forstwirtschaft und Tourismus (MEFT), der Namibia Nature Foundation (NNF) und dem World Wildlife Fund (WWF) ausgiebig besprochen hätten hinsichtlich der Verwaltung in den Konzessionsgebieten und derer Umgebung. Auch wurden die Einkommensverluste in den Kommunalgebieten wegen der COVID-19-Pandemie mit dem Umweltministerium angesprochen. Demnach sollen die Quoten für diese Jagdgebiete umverteilt werden.

Jofie Lamprecht hingegen sagte im Gespräch mit der AZ, dass der hoffentlich bald registrierte Verband nicht gegen NAPHA agieren will. Es gehe darum, Herausforderungen, die in den Konzessionen und umliegenden Gebieten auftreten, schneller und effizienter zu lösen. Ferner wolle man direkt mit dem Umweltministerium und den ausländischen Jagdverbänden zusammenarbeiten.

Der Pressemitteilung von HCAN ist weiter zu entnehmen, dass es dem Verband auch darum geht, die generelle Jagd und Großwildjagd sowie das Erlegen von sogenannten Problemtieren auf privatem und staatlichem Boden in den Konzessionsgebieten effizienter zu handhaben. Der neue Verband will zudem Berufsjäger ausbilden.

Die Registration des Verbands sei indessen deshalb wichtig, weil namibische Unternehmen, die an einer ausländischen Jagd- und Waffenmessen teilnehmen und/oder werben wollen, nur dann zugelassen werden, wenn sie Mitglied eines registrierten, nationalen Jagdverbandes sind. Somit könne man Jägern und Berufsjägern, die nicht Mitglieder der NAPHA werden wollen, als neuer Verband die gleichen Möglichkeiten einräumen.

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