18 November 2020 | Meinung & Kommentare

Neue Form des Kotaus

Vergangene Woche hat der namibische Landwirtschaftsminister amtlich den Schlachthof in Oshakati eingeweiht. Ein Schlachthof, der vor der Unabhängigkeit als Teil der Ersten Nationalen Entwicklungsgesellschaft ENOK, jahrelang Rinder, Schweine und Schafe aus der Gegend von Oshakati, Ondangwa und Ongewediva schlachtete und verarbeitete. Er wurde „eingeweiht“, als ob hier ein nagelneues Unternehmen entsteht. Dabei hatte dieser Schlachthof früher sogar Wildfleisch aus der Etoscha-Pfanne verarbeitet - Wild, das im Rahmen eines nachhaltigen Bestandsprogrammes erlegt und verarbeitet wurde.

Nach der Unabhängigkeit wurden der Eloolo-Schlachthof sowie die Schlachtbetriebe in Rundu und Katima Mulilo dem der namibischen Farmerschaft gehörenden Schlacht- und Fleischverarbeitungsbetrieb Meatco untergejubelt. Man erklärte den Farmern, dass die finanziellen Verdienste aus dem Lomé-Fleischexportabkommen nur dann Meatco zugeführt würden, wenn es die Kosten der Betriebe oberhalb des Veterinärzauns übernähme.

Das Spielchen hat Meatco noch mitgemacht als das Lomé-Abkommen längst vergessen war. Die Kosten der Abteilung Northern Communal Areas (NCA) übertrafen längst die „Vorteile der kommerziellen Farmgebiete“. Nachdem Meatco den Schlussstrich zog, brauchte der Staat mehr als fünf Jahre, bevor es eine chinesische Firma fand, die den mittlerweile maroden Laden wieder aufwertete.

Und damit war eine Einweihung vorprogrammiert, denn der alte Schlachthof präsentiert sich in „neueren“ Kleidern. Es bleibt aber letztendlich ein Staatsbesitz, wodurch die Frage entsteht, seit wann die chinesische Sprache Amtssprache in Namibia ist? Keinem einzigen anderen Staatsschuppen wird oder wurde in Mandarin gehuldigt, von einheimischen Sprachen ganz zu schweigen.

Englisch ist nun mal Amtssprache, warum huldigt man jetzt China? Ist dies als ein Kotau, dieser alt-chinesische Brauch der Unterwerfung und Eingliederung in eine vom Herrscher angeordnete Rangordnung, zu verstehen?

Frank Steffen

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